21.10.2020
Blog

Gamification – Frischer Wind für die Kommunikation

  • Gamification kann dabei helfen, eintönige Sachverhalte verständlicher und erlebbar zu machen
  • Dabei kommt es - wie bei jeder anderen Kommunikationsmaßnahme auch - auf ein gutes Konzept an
  • Zudem braucht Gamification das passende Storytelling
von
Sarah Hübner
Lesedauer: 2 Minuten

Spaß und Kommunikation sind zwar kein Gegensatzpaar, gehören auf den ersten Blick aber auch nicht unbedingt zusammen. Auch in der Arbeitswelt wünschen wir uns alle zwar einen Job, der uns auch Spaß macht, aber gerade die Deutschen verbinden diese beiden Elemente oft nur schwer miteinander. Arbeit, so denken viele auch heute noch, muss anstrengend sein. Dabei ist Spaß ein wesentliches Element, um Produktivität und Interaktion zufördern. Auch lernen funktioniert besser mit Spaß. Inhalte mit Spaß vermitteln ist deshalb eine der Königsdisziplinen der Kommunikation und wird inzwischen als „Gamification“ bezeichnet.

Gamification fängt im Kleinen an

Viele denken bei Gamification gleich an aufwendig gestaltete Browsergames oder Wettbewerbe. Dabei fängt das spielerische Zugänglichmachen von Inhalten schon viel früher an. Sie sind Gamification mit Sicherheit selbst schon als Kind begegnet. Wetten? Erinnern Sie sich noch dunkel daran, wie sie das ABC gelernt haben? Vielleicht mit dem ABC-Lied, das auch heute noch der Standard in Grundschulen ist? Erwischen Sie sich manchmal dabei, wie sie es in Gedanken abspulen, wenn Sie zum Beispiel etwas alphabetisch sortieren und nicht ganz sicher sind, welcher Buchstabe nach welchem kommt? Das ist gelungene Gamification. Sie haben mit dem Lied etwas gelernt, das sich dauerhaft in ihrem Hirn eingebrannt hat. Dabei sind der Inhalt und der Weg der Vermittlung in diesem Fall untrennbar miteinander verbunden. Hier wird es aber erst richtig interessant.

Denn damit sind wir auch schon bei einer der Tücken der Gamification angekommen. Sie kann Inhalte mit mehr Spaß vermitteln, aber sie wird mit abgespeichert. Wenn sie gut funktioniert, bleibt nicht nur hängen, wie viel Spaß eine Maßnahme gemacht hat, sondern auch, was sie vermitteln wollte. Das ist allerdings die Kunst an der Sache.

Spaß als Basis für Verständnis

Spielen hilft uns dabei, dröge Sachverhalte aufzubrechen und sie nicht nur verständlicher, sondern im Optimalfall erlebbar zu machen. Wenn wir Spaß haben, sind wir konzentrierter, wir verstehen schneller und merken uns Dinge auch besser. Wir sind neuen Ideen gegenüber aufgeschlossener, lösungsorientierter und unsere Kreativität wird angekurbelt. Viele Unternehmen versuchen sich deshalb auch in der Kommunikation an Gamification – intern wie extern.

Schließlich ist es aussichtsreicher, Mitarbeitern zum Beispiel neue Tools spielerisch beizubringen, als ihnen ein langweiliges PDF-Handbuch zuzuschicken, das sie dann nicht lesen oder sie zu einer Schulung zu schicken, deren Inhalt schnell vergessen ist. Auch kann es sinnvoll sein, einer externen Zielgruppe Botschaften auf eher spielerische Art zu vermitteln – besonders dann, wenn es um komplexe Sachverhalte geht.

Die Grundlage für Gamification ist ein gutes Konzept

Wie jede andere Kommunikationsmaßnahme braucht auch Gamification ein Konzept. Denn auch beim Entwickeln spielerischer Lösungen kommt es darauf an, die Bedürfnisse der Zielgruppe zu berücksichtigen und Spiele zu entwickeln, die wirklich funktionieren – und das nicht nur rein technisch. Gamification ist mehr, als Mitarbeiter Punkte für Aufgaben sammeln zu lassen. Im Optimalfall schafft Gamification viel mehr. Sie schafft nicht einfach nur eine extrinsische Motivation, sondern bestätigt und belebt eine bereits bestehende intrinsische Motivation. Gute Spiele kitzeln bestehende Bedürfnisse und zeigen einen neuen Weg der Problemlösung auf. Sie machen langweilige Prozesse interessanter und können sogar dazu beitragen, Verhaltensänderungen herbei zu führen.

Deshalb ist scheitern ein elementarer Bestandteil von Gamification. Kein Spiel macht Spaß, wenn nichts auf selbigem steht. Gewinnen ist nur dann befriedigend, wenn man auch schon mal verloren hat. Dann ist auch der Lerneffekt am größten: Wer scheitert, weiß hinterher in der Regel auch, warum.

Erfolgreiche Gamification muss also immer auch die Gefahr der Verlierens bergen. Außerdem muss sie Möglichkeiten zur Weiterentwicklung geben. In Videospielen gibt es nicht umsonst Level Ups und Badges für das Erreichen von Zielen.

Am Ende muss Gamification aber immer, egal um welches Thema sie gebaut wird, eine Geschichte erzählen. Jedes einzelne Videospiel oder Brettspiel und jegliche Art anderer Spiele basiert auf einer Story. Wenn Sie in der Kommunikation also Gamification nutzen wollen, um ein Thema oder Botschaften zu vermitteln, dann brauchen Sie dazu auch Storytelling. Ein gutes Konzept mit einer tragfähigen Story ist deshalb der erste Schritt zu erfolgreichem Spielen für bessere Kommunikation.

Als Berater helfen wir Ihnen natürlich gerne beim Geschichten erzählen und Spiele entwickeln. Egal, ob sie damit interne oder externe Zielgruppen erreichen wollen.

Autor
Sarah Hübner
Senior Beraterin
+49 (0) 211 515805 – 15
s.huebner@vomhoff.de