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27. September 2010

Skandaljournalismus: Feind des Investigativen und Tod sachlicher Krisen-PR

Investigativer Journalismus hat Hochkonjunktur. Wirtschaftsmagazine wie Focus oder überregionale Tageszeitungen wie DIE WELT entwickeln eigene Ressorts unter der Rubrik „Investigatives“.

TV-Formate wie Akte 2010 oder Brisant machen uns glauben, investigativer Journalismus bedeute, mit einer versteckten Kamera zu überprüfen, wie viel Salami auf der Bestellpizza ist. Greenpeace veröffentlicht Filmchen auf YouTube mit der Headline „Investigativ“. Ist das nun Etikettenschwindel, eine erweiterte Form des aufklärenden Journalismus oder stehen andere Motive im Vordergrund?

Laut Wikipedia ist Kern des Investigativen die umfassende und sorgfältige Recherche. Meisterstücke des investigativen Journalismus sind die Aufklärung der Hintergründe um den Watergate-Skandal und die Flick-Affäre. Auch die bekanntesten Vertreter hierzulande, Günter Wallraff und Hans Leyendecker, sind für sauber recherchierte Geschichten bekannt.

Guter investigativer Journalismus klärt die Gesellschaft über politische und wirtschaftliche Missstände auf. Der Fall Middelhoff und die ungerechtfertigten Abfindungen der HSE-Banken Manager sind aktuelle Fälle guter investigativer Arbeit. Allerdings gibt der Begriff heute viel Interpretationsspielraum: Investigativ sein dient vielfach nicht nur dem Ziel, aufzudecken und über Missstände zu informieren. Investigativ ist auch ein Markt!

So steht der Aufklärungszweck oft im Schatten des Sensationsjournalismus. Kommerzielle Ziele wie die Auflage oder durch Verlag bestimmen zusammen mit dem immer härteren Wettbewerbsdruck die journalistische Agenda. Das Resultat: Schlagzeile und Bild zählen oft mehr als sorgfältige Inhalte. Damit weicht der sogenannte Qualitätsjournalismus auf. Wir erleben, dass die Schlagzeilen der Süddeutschen mitunter plakativer sind, als bei den Kollegen von der BILD.

 

Good Guy/Bad Guy: Die Sympathien sind verteilt.

 

Unternehmen haben es derweil immer schwerer, sich Gehör zu verschaffen. Insbesondere Großunternehmen, stehen unter Generalverdacht. Die Rolleineinteilung in „Good Guy“ und „Bad Guy“ kommt dem Interesse journalistischer Sensationsberichterstattung entgegen.

 

Informationen, die ein Unternehmen im Krisenfall liefert, werden in der Berichterstattung immer seltener aufgegriffen. Verantwortliche Manager werden diskreditiert, ohne dass mit ihnen gesprochen wird. Denn es steht ja schon fest. Alle Manager benehmen sich unsittlich, sind raffgierig und skrupellos. Die passenden Stichworte lauten Bonizahlungen, Personalabbau oder Tarifverhandlungen. Stigmatisierung, Polarisierung, und Personalisierung versprechen hohe Auflagen.

 

Was heißt das nun für die PR?

 

Krisen-PR hat die Aufgabe, diese Entwicklung zu antizipieren. Das heißt nicht, an dem Feindbild „Journalist“ zu arbeiten, im Gegenteil: Eine Krise zu meistern bedeutet, sie gedanklich und strukturell vorzubereiten.

 

Dazu gehört ein konsequent glaubwürdiger, dauerhafter und ehrlicher Austausch mit Journalisten – insbesondere in den Zeiten, wo keine Krise vorherrscht, damit das Unternehmen in Zeiten der Krise auf seine Glaubwürdigkeit und Authentizität zurückgreifen kann.

 

Fazit: Die aktuelle Tendenz der Medien zu Skandalisierung und Emotionalisierung diskreditiert den investigativen Journalismus und macht sachliche, seriöse Krisenkommunikation zunehmend unmöglich.


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