28. Juni 2016

Nach Brexit nun auch der Kommexit?

Nach Brexit nun auch der Kommexit?

Welche Folgen wird der Austritt Großbritanniens aus der EU haben? Kaffeesatzleser haben Hochkonjunktur, Verschwörungstheorien und Beschwichtigungsversuche finden reißenden Absatz. Was für den Einen Risiko bedeutet, sieht für den Anderen wie eine Chance aus. Verliert London als Finanzplatz, wird Frankfurt das neue Zentrum des Kapitals werden? Tja, wer weiß das jetzt schon?

 

„Keep calm and carry on“ so ein Propagandaposter von 1939 der britischen Regierung. Das gibt die Richtung für das künftige Handeln vor. Augenmaß ist gefragt. Die Message: Bloß nicht durchdrehen.

 

Und wie sieht’s mit der Kommunikation aus? Rückblick: In den Jahren 2001 und 2008 brachen die Börsen weltweit rapide ein. Auf die Unsicherheiten an den Finanzmärkten folgten realwirtschaftliche Instabilitäten. Investitionen wurden zurückgehalten, denn: „Wer weiß schon, was noch kommt?“ Die Kommunikationsbudgets waren immer an vorderster Front, wenn zum Einsparappell gerufen wurde. Wiederholt sich das heute, ist der Brexit gleichbedeutend mit einem „Kommexit“? Müssen wir Kommunikationsschaffenden gar fürchten, dass wir „Opfer“ neuer Unsicherheit werden, durch die Kommunikation nicht als Investition, sondern als reine Kosten deklariert wird? Alles möglich. Aber wissen wir’s?

 

„Geduld ist die Kraft, mit der wir das Beste erlangen“, sagte Konfuzius. Machen wir uns doch frei von dem Gefühl, das Leben bestünde nur aus „breaking news“. Ständiges Hochpushen und noch eine Expertenmeinung hinterher, die das Weltende prophezeit. Und wenn die Börse dann um ein paar Prozentpunkte abrutscht, wird die Zukunft noch düsterer, ein „Black Friday“ ist in Sicht. Wieder mal! Weil n-tv es so will? Egal wie, alles wird zum Medienspektakel.

 

Mal ehrlich: Sind wir überhaupt noch in der Lage einzuschätzen, was wirklich von Bedeutung ist, bei all dem Dröhnen und Wetteifern um die schnellere, höhere, lautere Nachricht? Gerade wir Medienprofis sind jetzt gefragt. Klar ist: Die Welt geht nicht unter. Nicht jetzt und auch nicht morgen. Zudem: Ja, wir machen auch weiterhin Kommunikation. Und nein: Jetzt an Kommunikation zu sparen, wäre töricht und würde nur die Hilflosigkeit des Managements entlarven, das diese Maßnahme anordnet. In fragilen Zeiten ist kühler Kopf, klare Linie und Führung gefragt. Unsicherheit hat nur dann Bedeutung, wenn man meint, vorher sei alles sicher gewesen. War‘s aber sicherlich nicht!

 

Wenn Orientierung fehlt, dann – und gerade dann – ist Kommunikation unverzichtbar. Im Unternehmen, für die Mitarbeiter und nach außen gegenüber allen Anspruchsgruppen. Kontinuität gegen Sprunghaftigkeit, Vertrauen gegen Zweifel und Argumente gegen Hysterie. Das hilft. Glauben Sie mir. Ich bin Kommunikationsprofi. Ich weiß, wovon ich spreche!


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