6. März 2019

Führungskräfte-Kommunikation: Wer nicht kommuniziert, führt nicht! Wer nicht führt, schafft kein Vertrauen!

Menschen kommunizieren mit Menschen.

Maschinen kommunizieren mit Menschen.

Menschen kommunizieren mit Maschinen.

 

Alles klar! Kommunizieren ist ja so einfach. Jede(r) mit jeder/jedem. Ein bisschen erinnert das an die Zeit der „freien Liebe“ der 68-Bewegung mit ihren Kommunen, gegründet als „Lebensgemeinschaft junger Maoisten“. Ein Modell par excellence gegen das Establishment.  Revolution und Provokation inklusive Partnerwechsel waren Programm. Kommuniziert wurde auch. Irgendwie! Schließlich einte das gemeinsame Ziel der Befreiung von der bürgerlich-verklemmten Sexualität. Darüber ließe sich reden. Damals!

 

Das Kulturmodell von einst scheiterte krachend. An Problemen der Gruppenmitglieder, an Exzentrik, an Egoismen.  Und an mangelhafter Kommunikation.  Weder über Ziele noch über den Weg dorthin gab es gemeinsame Vorstellungen. Die GroKo lässt grüßen.

 

Kommunizieren ist doch so einfach! Ist es das? Warum dann die vielen Desaster, die uns entgegenspringen und täglich das Scheitern von Kommunikation vor Augen führen? Schlechte Kommunikation ist zeitlos und gerät auch nicht aus der Mode. Sie ist einfach da. Und lässt sich nicht weg reden.

 

Nehmen wir die Führungsspitzen in Unternehmen.  Unsere Wirtschaftselite ist nach wie vor stark geprägt durch technisches, juristisches und ökonomisches Verständnis. Derlei Vorkenntnisse helfen bei Entscheidungen, etwa bei Investitionen, Kostenprogrammen, Restrukturierungen. Allerdings braucht es auch Zustimmung bei Mitarbeitern und im öffentlichen Raum für diese Entscheidungen, einfacher noch, das Ausbleiben von Widerstand. Das zu organisieren ist komplex, mitunter auch kompliziert.

 

Veränderungen, Projekte, Zusammenschlüsse, Umstrukturierungen, neue Geschäftsmodelle scheitern nicht, weil es an Sachverstand mangelt; sie scheitern, weil sie nicht ordentlich vermittelt, erklärt und dann auch verstanden werden. Sie bleiben vielfach erfolglos, weil vorher keiner fragt, was die von einer Entscheidung Betroffenen wohl denken und erwarten.

 

Führen durch Kommunikation

 

Führungskräfte führen nicht nur betriebliche Prozesse und Projekte. Sie führen auch in der Kommunikation. Vielmehr sollten sie das. Das braucht jedoch eine klare Zuschreibung und Verantwortlichkeit derer, die den Job des Vermittlers übernehmen. Die job description für Chefs muss neu geschrieben werden:  Führung nach innen und außen gehört nunmehr zur Kernkompetenz. Der Schlüssel dazu heißt Kommunikation.

 

Führen ist für viele, die es tun sollten, es aber gerne unterlassen, eine zusätzliche und meist lästige Aufgabe. Auf die Frage, wieviel Zeit eine Führungskraft für Kommunikation mit internen und externen Bezugsgruppen verwendet, pendeln sich die Antworten häufig auf „gut zehn Prozent“ ein. Wobei Kommunikation den bewussten und gezielten Dialog mit Menschen zum Zwecke der besseren Verständigung und des Vertrauensaufbaus meint und nicht den ohnehin notwendigen Informationsaustausch innerhalb einer Organisation.

 

Zehn Prozent! Das ist doch mal eine Zahl! Genau diese zehn Prozent spüren die Menschen. Ich bin zehn Prozent wert! Zu wenig könnte da die eine oder andere Fachkraft meinen und stürzt sich mit Verve auf die zahllosen attraktiven Angebote der Konkurrenz.

 

Führen und Kommunizieren sind untrennbar. Beides miteinander kombiniert bedeutet Zutrauen schaffen, Glaubwürdigkeit aufbauen, Beziehungen gestalten, Motivation herstellen, Identifikation stiften. Das sind gewiss keine Soft-Skills! Das ist im Zweifel das, was Differenzierung ausmacht, um sich als Kunde oder Mitarbeiter bewusst für ein Unternehmen zu entscheiden.

 

Menschen kommunizieren mit Menschen.   

 

Führen braucht ein klares Bekenntnis. Es braucht Zeit und professionelle Hilfe durch erfahrene Kommunikationsprofis. Kaum eine Führungskraft – von wenigen Ausnahmen abgesehen – kann sich auf ihr angeborenes Talent verlassen.  Ein unbedachtes Wort und schon gibt es schmähende Kommentare im Netz, die sich dummerweise in der digitalen Welt schlecht wegradieren lassen. Zugleich erschließen sich durch gut „geführte“ Kommunikation viele Möglichkeiten für Ideen zu werben, zu überzeugen, sogar Menschen für eine Sache zu gewinnen.

 

Und genau hier versagte das eingangs zitierte Modell der führungslosen freien und anarchistischen Gesellschaft ohne Regeln und Vorgaben. Eine Idee, eine Vision führt sich nicht von selbst. Es braucht eine Führungskraft, die sich die Sache zu eigen macht, erklärt, vermittelt und überzeugt.

 

Liebe Führungskräfte, Kommunikation in ihrer Funktion ist nur begrenzt deligierbar. Gewiss gibt es Unterstützung von Spezialisten; die eigene Rolle jedoch gilt es zu füllen. Nicht das, was gesagt wird, sondern wer es sagt und wie es gesagt wird, ist zunehmend von Bedeutung. Das lässt sich trainieren. Gute Kommunikation kann sogar Spaß machen. Nur zu!


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