27. September 2010

Erkenntnis aus Diskussion mit Jungjournalisten auf größtem deutschem Jungjournalistenevent: PR ist Teufelszeug

Am Freitag war ich zu Gast beim JugendMedienEvent im Mediapark Köln. Eingeladen hatte die Junge Presse e.V.. Rund 500 Nachwuchsjournalisten diskutierten drei Tage mit Profis in Workshops und Foren rund um die Themen „Medien“ und „Journalismus“. Das JugendMedienEvent ist die größte Veranstaltung für junge Journalisten in Deutschland.

“Als erfahrener Kommunikationsberater und Mitglied des DPRG-Arbeitskreises Krisenkommunikation“ – so die Formulierung in meiner Einladung – sollte ich meine Meinung zum Thema „Ich sehe was, was du nicht siehst – Investigativer Journalismus trifft Krisen-PR“ einbringen.

Mit mir auf der Bühne waren Jörg Schmitt, Redakteur beim SPIEGEL, Andreas Bartels, Leiter Media Relations sowie Prof. Dr. Johannes Ludwig, Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Hamburg.

Positiv überrascht war ich über die engagierte und lebendige Diskussion mit dem im Durchschnitt 18 Jahre jungen journalistischen Nachwuchs. Das Thema ließ natürlich erkennen, wie sich der Nachwuchs zu positionieren hat.

PR sei „Nebelkerzen werfen“, „Verschleierung“ und „Schönfärberei“, so unisono das Urteil der kritischen Nachwuchs-Profis. Im Kern gehe es der PR doch nur darum, das Unternehmen möglichst positiv dastehen zu lassen und die „Wahrheit“ zu verschweigen.

Damit hatten wir die zentrale Frage angesprochen: Was ist die Wahrheit? Nicht im philosophischen Sinne, sondern aus der Sicht einer möglichst ausgewogenen Darstellung öffentlich relevanter Sachverhalte.

Denn es kann ja nicht darum gehen, Unternehmen einem Generalverdacht auszusetzen oder Managern per se unredliche Absichten zu unterstellen. Leider scheint sich dieses Bild, zumindest war so mein Eindruck, bei Jungjournalisten verfangen zu haben.

PR habe demnach nicht den Auftrag, Transparenz zu schaffen, sondern ebengenau diese zu verhindern. Kein gutes Zeugnis für die Unternehmen, ihre Chefs und die PR-Verantwortlichen. Noch weniger für das Berufsbild der Public Relations.

Meine Aussage, dass PR-Profis nur dauerhaft eine Chance auf Akzeptanz haben, wenn sie offen und ehrlich mit Journalisten kommunizieren, fand auch Bestätigung bei Jörg Schmitt vom SPIEGEL, der sich als investigativer Journalist einen Namen gemacht hat.

Zumindest dies schien den journalistischen Nachwuchs zu überzeugen, dass PR eben nicht immer nur Teufelszeug ist, sondern durchaus hilfreich bei der Recherche nach der „Wahrheit“.


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