10. April 2019

CEO-Positionierung: Tausche Schwert gegen Feder

Junge, wie die Zeit vergeht. Gerade noch das neue Jahr bejubelt, können wir jetzt schon einen dicken Haken an das erste Quartal machen. Für die Unternehmen in Deutschland waren die ersten drei Monate vor allem mit Stress verbunden. Kein Wunder: Schließlich mussten die Bilanzen für 2018 aufbereitet werden. Und die fielen nicht immer positiv aus.

 

Deshalb waren gerade die Vorstandsvorsitzenden der vielen Aktiengesellschaften gefordert. Sie mussten für die anstehenden Hauptversammlungen tief in die rhetorische Trickkiste greifen. Denn: Wenn miese Geschäftszahlen auf die Stimmung der Aktionäre drücken, kommt den Reden der CEOs eine besondere Bedeutung zu. Sie können die aufkommende Kritik an der Unternehmensführung weiter befeuern oder Zweifel endgültig vom Tisch fegen.

 

Aber keine Angst: Rhetorische Brillanz ist den meisten Vorstandsvorsitzenden nicht in die Wiege gelegt worden. Vielmehr steckt hinter jedem Auftritt eine akribische Vorbereitung – und die richtige Beratung. Das gilt übrigens nicht nur für die inhaltliche Ausgestaltung der Rede. Im Zweifel ist die anlassbezogene Zusammenstellung von Botschaften sogar der einfachste Part. Den ausgewählten Mix in die passende Form zu gießen, ist hingegen eine ganz andere Geschichte.

 

Am Ende des Tages ist eine Rede eben nicht nur die bloße Aneinanderreihung von Wörtern. Vielmehr spielen auch andere Faktoren wie Satzlänge, Sprachstil und Argumentationsstruktur eine wichtige Rolle. Kurz: Wer seinen Vorstandsvorsitzenden im Scheinwerferlicht glänzen lassen will, muss mit allen Komponenten gleichzeitig jonglieren können. Hier sind fünf Tipps, die Sie bei der Ausarbeitung von Reden berücksichtigen sollten:

 

1.    Viel hilft nicht immer viel

 

Egal ob Durchhalte-Parole, Kampfansage, Antritts- oder Abschiedsrede: Die Länge des Vortrags ist entscheidend, um nachhaltig im Gedächtnis des Publikums zu bleiben. Ein 20-minütiges Grußwort kann beispielsweise dafür sorgen, dass die Zuhörer gleich zu Beginn der Veranstaltung abschalten. Statt zwanghaft eine Botschaft nach der anderen abzufeuern, wäre es ratsamer, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Im Fall des Grußwortes reicht es vollkommen aus, die Gäste willkommen zu heißen, den Anlass der Veranstaltung zu betonen und den Ablaufplan kurz zu skizzieren.

 

2.    Der berühmte rote Faden

 

Eine Rede ist immer dann gut, wenn sie von Anfang bis Ende eine in sich schlüssige Geschichte erzählt. Sobald Ihr Vortragsthema feststeht, kann es mit der Konzeption losgehen. Entscheiden Sie sich zunächst für eine Kernaussage, die Sie im Verlauf Ihrer Rede immer und immer wieder betonen möchten. Passen Sie danach Ihre Argumente an die Kernaussage an und ordnen Sie diese gemäß Ihrer Relevanz. Betten Sie abschließend sowohl die Kernaussage als auch die einzelnen Argumente in einen passenden Einleitungs- und Schlussteil ein und Sie sind startklar.

 

3.    Klartext statt Kauderwelsch

 

Bandwurmsätze sind nicht besonders populär. Sie erwecken beim Publikum häufig den Eindruck, dass der Redner etwas zu verbergen hat. Kurze, prägnante Sätze sorgen hingegen für mehr Klarheit und eine bessere Verständlichkeit. In Deutschland macht derzeit übrigens Tim Höttges seine Sache am besten. Auf der Hauptversammlung im Jahr 2018 verwendete der Telekom-Chef durchschnittlich nur rund 6,31 Wörter pro Satz.

 

4.    Aktiv ist top, Passiv ist flopp

 

Passivsätze reißen Zuhörer nicht gerade vom Hocker. Im Gegenteil: Sie wirken einschläfernd und machen wenig Lust auf mehr. Das sollten Sie vermeiden. Wie? Ganz einfach: Nutzen Sie Aktivsätze. Aktivsätze hauchen Ihrer Rede nicht nur Leben ein, sondern untermauern auch Ihren Tatendrang.

 

5.    Nehmen Sie Ihr Publikum an die Hand!

 

Die Kunst der Rede ist es, komplizierte Sachverhalte möglichst einfach darzustellen. Versuchen Sie daher unbedingt, Fachausdrücke zu vermeiden. Denn: Nicht jeder Zuhörer hat den gleichen Wissensstand wie Sie. Das triff insbesondere dann zu, wenn Sie Vorträge vor breitem Publikum halten. Nutzen Sie stattdessen lieber alltagsnahe Metaphern oder Analogien, um Ihr Argument zu transportieren. So verlieren Sie Ihr Publikum auch nicht auf halber Strecke.

 

Es bleibt also festzuhalten: Reden schreiben ist ein wichtiger Teil der CEO-Positionierung. Dabei ist die richtige Vorbereitung das „A und O“. Steve Jobs ist dafür das Paradebeispiel: Der Apple-Gründer hat pro Minute seines Auftritts rund 40 Minuten geübt. Und der musste nach der Einführung des iPhones eher selten schlechte Geschäftsbilanzen präsentieren.


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