13.9.2021
News

Nachgehakt: Drei Fragen an Charlotte Leuchter

  • Gendergerechte Sprache ist auf dem Vormarsch
  • Sie ist ein wichtiger Ausdruck für Vielfalt und Gleichstellung
  • Beraterin Charlotte Leuchter spricht über den Status quo in den Unternehmen
von
Jonas Wendler
Lesedauer: 2 Minuten

In der Kommunikation herrscht seit Monaten eine hitzige Debatte über das richtige Gender-Maß. Warum ist es jetzt an der Zeit, gendergerechte Sprache flächendeckend zu nutzen?

Zahlreiche sprachwissenschaftliche und psychologische Studien beweisen, dass Sprache die Art und Weise beeinflusst, wie wir die Welt wahrnehmen. Das was in der Sprache dargestellt wird, kann Realität werden. Das was sprachlich nicht auftaucht, gibt es nicht. Wenn wir also über Diversity und Gleichstellung sprechen, dann darf die Sprache nicht ausgeklammert werden. Gendersensible Sprache ermöglichtallen bisher nur „mitgemeinten“ Geschlechtern die Realitäten zu leben, die bisher in einer männlich gegenderten Sprache für sie nicht auftauchen.

Wie schlagen sich die Unternehmen bislang in diesem Bereich?

Klar ist, es liegt noch ein Stückchen der Wegstrecke vor uns bis wir von flächendeckender gendersensibler Sprache sprechen können. Jetzt schon lässt sich aber beobachten, dass sich immer mehr Unternehmen mit der Thematik geschlechtergerechte und inklusive Sprache auseinandersetzen. Auf vielen Karriereseiten der Unternehmen findet man mittlerweile Gendersternchen oder -Doppelpunkte. All das ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Welche Chancen bietet das Gendern für Kommunikationsschaffende?

Das Konstrukt Sprache ist das wichtigste Werkzeug für Kommunikationsschaffende. Durch den Einsatz von Sprache sollen Texte möglichst präzise die richtigen Informationen an die Zielgruppen vermitteln. Präzision ist hier das Stichwort. Denn was könnte präziser sein als eine Ansprache, die auch wirklich alle anspricht und sie nicht nur durch ein generisches Maskulinum „mit meint“? Studien zeigen, dass Frauen sich von Texten deutlich mehr angesprochen fühlen, wenn in einer Ansprache auch die weibliche Form verwendet wird. Diesen wirklich einfach umzusetzenden Vorteil sollten Kommunikator:innen nutzen.

Das Interview stammt aus dem vom Hoff-Newsletter. Es wurde im Juni 2021 veröffentlicht.

Autor:in
Jonas Wendler
Senior-Berater
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j.wendler@vomhoff.de