23. Juni 2017

PRBI annual meeting 2017 – Alles wird digital, nur Deutschland nicht?

Wenn Kommunikatoren wie wir uns zum kommunizieren treffen, dann heißt das meistens: Einblicke in Themen, die man sonst nicht kennenlernen würde, umdenken im Kopf, was Prozesse und Strukturen angeht, die man „schon immer so macht“ und das ein oder andere Glas Wein. Alle drei Aspekte waren wesentlicher Bestandteil der diesjährigen Jahrestagung unseres internationalen Agenturnetzwerks PR Boutiques International (PRBI) im Hotspot Berlin. Rund ein Jahr haben wir der Tagung entgegengefiebert, nicht zuletzt weil ein Team von vom Hoff sie bis ins letzte Detail geplant und organisiert hat. Best Practice Austausch, Sightseeing, Gastvorträge, Stärkung des Netzwerks in Europa, Essen, Wein – das Programm war so vielfältig wie die Kommunikationsbranche selbst. Wir gehen mit einer Reihe Visitenkarten von neuen Partneragenturen und vor allem mit wertvollen Einblicken für unser tägliches Geschäft und das unserer Kunden nach Hause. Was haben wir also gelernt?

 

Sarah Kübler und Christina Wolke zeigen ihr Konzept zur Zusammenarbeit mit Youtube-Influencern.

Kommunikation wird noch digitaler. Nichts Neues, aber wie viel Potenzial immer noch in digitaler Kommunikation steckt, vielleicht schon. SEO-Optimierung, Inbound Marketing, Geotargeting, Influencer Marketing auf YouTube, Reichweiten Booster – die Möglichkeiten, seine Zielgruppen noch bequemer zu relevanten Unternehmensthemen zu lenken, sind größer und kreativer als je zuvor. Sie auszuschöpfen funktioniert nur, wenn man nicht an starren Kommunikationsinhalten und -kanälen festhält. Wir prüfen, was Sie davon haben und vor allem, was Sie davon wirklich brauchen. Gemeinsam mit der Agentur HitchOn aus Mainz treffen wir uns beispielsweise demnächst, um auszuloten, ob YouTube-Influencer auch im Industrie- und B2B-Bereich gewinnbringend unterstützen können.

 

 

 

 

Ulf Poschardt, Chefredakteur der WELT, führte die Teilnehmer der PRBI Jahrestagung durch den WELT-Newsroom.

Deutschland scheint bei der Digitalisierung einiges zu verschlafen. Christoph Keese von Axel Springer hy hat uns anschaulich gezeigt, wie amerikanische digitale Konzerne exponentiell wachsen, während sich deutsche Unternehmen noch immer darauf ausruhen, dass sie linear stetig wachsen. Dass sie an einem Punkt rasant von der digitalen Welt überholt werden, wird häufig verdrängt. Axel Springer ist nicht zuletzt international so erfolgreich, weil das Unternehmen einen anderen Weg geht: Start-up Accelerator, Online-Plattformen, Newsroom – was anderswo noch fremd klingt, wird dort seit Jahren gemacht. Ein anschauliches Beispiel untermalt, wie kraftvoll die Digitalisierung für die Kommunikation ist: Es hat 75 Jahre gedauert, bis weltweit 50 Millionen Menschen ein Telefon hatten. Die gleiche Anzahl Menschen erreichte Pokemon Go! in nur fünf Tagen!

 

 

 

 

Dr. Andrew B. Denison berichtet aus seinen Erfahrungen zur transatlantischen Zusammanarbeit.

When we put more on the table, we get more in return. In seinem Gastvortrag schilderte uns Dr. Andrew B. Denison von Transatlantic Networks die momentane Beziehung zwischen den USA und Deutschland. Nicht ohne kleine Seitenhiebe auf President Trump („Presidents come and go, but American interests remain.“), betonte er dabei auch, wie wichtig es sei, dass Deutschland den schon jetzt starken internationalen Partnern teilweise mehr entgegenkommen muss, um mehr zu profitieren. Dabei sollten wir alles was wir tun, als Investition in die Zukunft statt Wiedergutmachung für Sünden der Vergangenheit sehen. Eine tolle optimistische Sichtweise, die uns alle motiviert hat. Ein weiterer wichtiger Punkt des Politologen: Künftig wird es verstärkt darauf ankommen, welche Länder die klügsten Köpfe aus der ganzen Welt in ihrem Land integrieren können. Nur diese werden entscheidende Wettbewerbsvorteile haben.

 

 

 

 

Alles ist heutzutage käuflich. Sogar Engagement. Follower für Social Media Kanäle kann man kaufen, das wissen viele. Aber wie wäre es mal mit Kommentaren unter Fotos und Videos, die die gewünschten Kernbotschaften der Unternehmen platzieren – und zwar immer und immer wieder, individuell in verschiedenen Dialekten, auf Wunsch auch mit Rechtschreibfehlern? Nach Fake-News kommt also Fake-Engagement. Dies zu wissen ist wichtig, dies zu tun, widerspricht unserer PR-Ethik.

 

Die Gastvorträge unserer Jahrestagung finden Sie übrigens im aufgezeichneten Livestream auf unserer Facebookseite. Klicken Sie sich doch mal rein und hinterlassen Sie gerne einen „echten“ Kommentar.


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