23. Februar 2018

NRW im Aufbruch – aber wie steht es um die Stimmung?

Nach wie vor tun sich die Fußballvereine aus NRW schwer, um in Deutschland ganz vorne zu sein – aber unter den ersten sechs Plätzen der Tabelle befinden sich aktuell immerhin drei Teams aus NRW. Auch das Team von Spielführer Armin Laschet rückte in den letzten Monaten weiter nach vorne. Seine Mannschaft hat es im vergangenen Dreivierteljahr durchaus erfolgreich geschafft, Spitzenwerte in puncto Zufriedenheit beim Wahlvolk zu erreichen. Sein Motto: Tu nicht nur Gutes – sondern sprich gefälligst auch darüber.

 

So haben es Laschet und sein Team geschafft, die Vorgängerregierung in den fünf Politikbereichen Wirtschaft, Schule und Bildung, Sicherheit, Digitalisierung und Infrastruktur zu überflügeln, so jedenfalls aktuell Umfragen. In allen diesen Bereichen wird der aktuellen Regierung bescheinigt, dass sie besser sei als die rot-grüne Regierung unter Hannelore Kraft. Bemerkenswert ist dabei, dass der überwiegende Teil der Maßnahmen – insbesondere im Bildungsbereich und in der Infrastruktur – gerademal angegangen wurden, aber noch gar keine Wirkung erzielen (können). Etwa wegen langer Übergangsfristen in der Schulpolitik oder aufgrund langwieriger Genehmigungsverfahren bei der Straßen- und Brückensanierung.

 

Dennoch ist es offensichtlich gelungen, eine Art Aufbruchsstimmung im Lande zu erzeugen und dabei einen Teil der Menschen in NRW auch mitzunehmen. Denn bislang sind 43 Prozent der Befragten sehr zufrieden oder zufrieden, sogar 39 Prozent der SPD-Anhänger können der neuen Landesregierung etwas Gutes abgewinnen. Grüne, AfD und Linke dagegen verschwinden in der Schmollecke: 66 Prozent (Grüne) und 83 Prozent (AfD und Linke) haben andere Politikvorstellungen und Rezepte, die derzeit allerdings nicht gefragt sind (Quelle).

 

Es bleibt für das Team Laschet also noch allerhand zu tun, um die Offensive der in der Sachpolitik auch kommunikativ zu flankieren. Da helfen auf der einen Seite sicherlich einzelne Erfolgsmeldungen: hier ein bürokratisches Hindernis weniger, dort ein unnützer Paragraph gestrichen. Diese Einzelaspekte aber zeigen keine nachhaltigen Erfolge – vor allem: Sie sind nicht sichtbar für die breite Masse der Menschen hier im Lande.

 

Es sollte vielmehr darum gehen, langfristige Prozesse in Gang zu bringen, die den Aufbruch für die Menschen erleb- und erfahrbar machen, die den Menschen die Chance geben, sich zum Land, zu Ihrer Heimat – zur Lebenswelt NRW und auch zu Wirtschaft und zur Industrie – zu bekennen. Wir brauchen jenseits aller Tagespolitik eine übergeordnete Klammer, ein „Wir“. Da hilft es nicht, 10 oder 15 Jahre zu warten, bis unsere Straßen wieder in einem brauchbaren Zustand und unsere Brücken wieder barrierefrei passierbar sind.

 

Damit sollte jetzt begonnen werden, um in den kommenden Jahren auch diejenigen überzeugen zu können, die heute noch skeptisch sind und glauben, es gehöre zu den Naturgesetzen, dass NRW bei Rankings unter den Bundesländern stets im Mittelfeld oder gar am Ende landen muss. Ein neues Selbstverständnis entwickelt sich nicht von heute auf morgen.

 

Jetzt ist die Zeit zum Handeln.


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