30. November 2016

Not another fu..ing PowerPoint!

Schluß damit!

 

Ich möchte auf ein häufiges Phänomen eingehen, dass mittlerweile rituellen Charakter in Meetings und Vorträgen hat und nahezu als „alternativlos“ gesehen wird, wenn es um Präsentationen geht. Richtig, es geht um die Flut an langweiligen und wenig inspirierenden PowerPoint-Präsentationen.

 

Schon beim Öffnen erkennen Sie, da stehen 89 Charts vor mir, die die nächsten 45 Minuten in etwa so spannend werden lassen, wie Kartoffeln schälen oder den Müll raus bringen. Jetzt tapfer sein! Auch das geht vorbei!

 

Da wird nicht gegeizt, jedes noch so fippsige Detail wird in ein Tortendiagramm gegossen, jede Banalität wird als Weisheit oder epochale Entdeckung verkauft, wenn es beispielsweise heißt: „Denken Sie an ihre Zielgruppen.“ „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ „Kommunikation ist eine strategische Aufgabe.“ Ach so! Vielen Dank, das habe ich noch nicht gewusst.

 

Wie heißt es bei Maybrit Illner so schön: „viel Spaß beim Vermehren der gewonnenen Einsichten“.

 

Kürzlich habe ich sogar jemanden beobachten können, der beim Vortrag einer PowerPoint-Präsentation zum Thema:  „Kommunikation als Wertschöpfungsfaktor und Wertetreiber“ eingenickt ist.

 

Lag es an der sonoren Stimme des Vortragenden, an den rappelvollen Bulletpoints auf den Charts, oder am Brummen des Beamers? Ich weiß es nicht. Am Thema lag es gewiss nicht – bei einem so mitreißenden Titel!

 

Vielfach erlebe ich auch, dass der Vortragende sich in Details verheddert und erst beim Hinweis der Moderation merkt: Von der Redezeit sind ja nur noch drei Minuten übrig! Dafür aber noch 40 Charts. Das ist dann auch lustig zu sehen, wie jedes Chart im vier-Komma-fünf-Sekunden Takt weggeklickt wird. Nicht nur die Zeit scheint dann verloren, die Zuhörer sind es schon längst.

 

Ja, Übung schadet nur dem, der sie versäumt!

 

Aber nicht nur die Folien, sondern auch der Vortrag selbst ist in vielen Fällen – nun ja – sagen wir optimierungsfähig. Besonders dann, wenn das, was auf dem Chart steht auch noch vom Vortragenden vorgelesen wird.

 

Dabei hat der eine oder andere echt etwas zu sagen. Es kommt aber nicht nur darauf an, etwas zu sagen, sondern auch auf das „wie“. Eine nützliche Übung ist, den nächstliegenden Wald aufzusuchen und dort vor den Bäumen den Vortrag zu üben.

 

Sie werden bass erstaunt sein, was Sie alles über Stimme, Betonung, Pausen und dramaturgischen Bogen ihres Vortrags erfahren. Kein Witz, die Erkenntnis kommt beim Sprechen.

 

Klar, vieles was zu sagen ist, kann man besser zeigen. Visualisierung ist – richtig dosiert eingesetzt – unabdingbar. Über ein Bild zu sprechen ersetzt nicht das Bild. D‘accord. Aber auch das wird vielfach falsch verstanden.

 

Dort wo vorher eine öde Wüste aus Bulletpoints herrschte, sind nur noch Bilder zu sehen. Inhalte brauchen aber auch Erklärung, dazu ist Sprache nun mal da. Zudem driftet eine rein dogmatische „wir machen jetzt nur Bild“ Vermittlung schnell ins Triviale. Wo ein Bild nicht hingehört, braucht’s auch kein Bild.

 

Denken Sie multimedial

 

Wo es dem Verständnis hilft, andere Medien zu integrieren, sollte die Möglichkeit dazu auf jeden Fall genutzt werden. Auch eine PowerPoint lässt sich mit Videos ansprechender gestalten. Das Programm mag zwar Standard sein, ist aber eben nicht alternativlos.

 

Wenn Sie Inhalte präsentieren, die sich optisch besonders gut aufbereiten lassen, könnte Prezi das richtige Tool sein. Mit Prezi erstellen Sie in wenigen Handgriffen eine animierte Flash-Präsentation. Statt einfach nur Folien zu blättern, zoomt das Programm von Navigationspunkt zu Navigationspunkt. Prezi ist kostenlos online zu nutzen.

 

Es ist und bleibt jedoch letzlich nur ein Hilfsmittel Gesprochenes zu unterstützen und prägnanter darzustellen. Und auch hier gilt: weniger ist mehr!

 

Brauchen Sie überhaupt eine technisch aufwendige Präsentation? Warum gestalten Sie nicht mal nur eine einzige Grafik und drucken die in A1 auf Karton. Ob Wimmelbild oder Produktvision, der beschränkte Platz wird Sie zwingen, sich auf das Wesentliche zu fokussieren.

 

So können Sie schon bei dem Entwurf der Grafik sehen, welche Teile Ihres Vortrags wirklich essentiell sind und welche das Verständnis Ihrer Idee vielleicht sogar behindern.

 

Und wenn all das nicht funktioniert, probieren Sie’s doch mal – ganz retro – mit der freien Rede. Die braucht im Zweifel zwar mehr Vorbereitung, ist jedoch, wenn sie unterhaltsam und interessant dargeboten wird, um ein Vielfaches wirkungsvoller beim Publikum. Und darauf kommt es doch an, oder?


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