7. Dezember 2016

Medientraining – Wer spricht denn da?

 Medientraining – Der Körper spricht mit

 

Medientrainings neigen dazu, einen übergroßen Schwerpunkt einseitig auf die Inhalte zu legen: einfach, knackig, plausibel, metaphorisch und am besten überschriftfähig sollten die Botschaften verpackt werden – ach ja, und Frau Müller von nebenan sollte auch die kompliziertesten Sachverhalte bei ersten Hinhören verstehen…… Keep it short and simple!

 

Ja, Inhalte sind wichtig! Aber während eines Trainings wird immer mal wieder klar: Die Botschaft wird zwar 1 zu 1 wiedergegeben, aber der Körper sendet vollkommen andere – ja widersprüchliche – Signale.

 

Und dann noch die Stimme: Sie vermittelt den Eindruck, alles sei nur auswendig gelernt und somit wenig glaubwürdig. Das Ergebnis ist ernüchternd.

 

Lehren für das Medientraining

 

Was bedeutet das? In einem Medientraining darf es nicht allein darum gehen, Inhalte herunterzubeten. Es geht um mehr!

 

Es geht darum, drei Komponenten glaubwürdig miteinander in Einklang zu bringen: Inhalt, Stimme und Körpersprache.

 

Sie alle haben eine unmittelbare Wirkung auf unsere Zuhörer – positiv wie negativ. Stimmen alle drei Komponenten überein, stärken sie den Gesamteindruck und vermitteln Glaubwürdigkeit.

 

Jede Inkongruenz aber – etwa eine klare Botschaft mit nervöser Stimmlage und unsicher wirkender Körpersprache – irritiert den Zuhörer. Der Sprecher wirkt „verdächtig“ und unglaubwürdig.

 

Eine Studie der US-amerikanischen Universität UCLA kam zu dem Ergebnis, dass das Publikum bei derartigen Inkongruenzen im Wesentlichen nur noch auf Körpersprache und Stimme achtet. Die Inhalte werden vom Publikum nur noch zu rund 7 Prozent wahrgenommen.

 

Überspitzt formuliert: Neun von 10 Zuschauern erinnern sich noch an die Fahrigkeit des Sprechers, die unpassende Tonlage und an die Farbe der Krawatte – und nur ein Zuschauer kann sich an die Inhalte erinnern.

 

Bei Trainings sollten also alle drei Bereiche im Blickfeld liegen. Denn jede Botschaft braucht –  um glaubwürdig zu sein – die richtigen Transporteure: Unsere Stimme und unseren Körper.


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