25. September 2019

Können Sie nicht aufpassen?!

Oh nein. Jetzt ist’s passiert. Und ich bin schuld. Wie peinlich. Was mache ich jetzt? Sage ich es dem Chef? Auf keinen Fall, dann kann ich gleich meine Sachen packen. Und vor den Kollegen stehe ich da wie der letzte Idiot. Ich werde einfach nichts sagen. Vielleicht merkt es keiner. Und wenn doch? Dann gibt’s richtig Ärger. Immer dasselbe. Lange halte ich das nicht mehr aus…

 

Dass mächtig etwas falsch läuft, wenn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern solche Gedanken durch den Kopf gehen, müsste jedem klar sein. Müsste. In der Realität gibt es nämlich noch genug Unternehmen, in denen – wenn auch unterschwellig – Angst, Druck und Stress zur Tagesordnung gehören. Alles nur, um eins auf Biegen und Brechen zu vermeiden: Fehler.

 

Positive Fehlerkultur – was ist das?

 

Jedes Unternehmen hat eine Fehlerkultur. Gemeint ist das Denken über, die Reaktion auf und der Umgang mit Fehlern innerhalb einer Organisation. Werden Fehler offen angesprochen oder unter den Tisch gekehrt? Wird mit Sanktionen gedroht oder nicht? Finden Schuldzuweisungen statt?

Eine positive Fehlerkultur bedeutet nicht, Fehler zu befürworten oder gar zu befördern, sondern offen und konstruktiv mit Fehlern umzugehen. Es geht darum, eine Atmosphäre zu schaffen, in der Fehler akzeptiert und als Lernchance begriffen werden. Hiervon ausgenommen sind Fehler, die zum Beispiel mangelnder Sorgfalt oder Regelverstößen geschuldet sind.

 

Offene Kommunikation als Dreh- und Angelpunkt

 

Eine positive Fehlerkultur kann es nur dort geben, wo offen und ehrlich kommuniziert wird. Da, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter genau wissen, dass…

 

  • Fehler erlaubt sind und sie keine Angst haben müssen, welche zu begehen.
  • Fehler zugegeben und nicht verschwiegen werden sollen.
  • auf Fehler keine bloßen Schuldzuweisungen folgen, sondern die gemeinsame Ergründung von Ursachen.
  • Fehler keine Strafe nach sich ziehen, sondern die gemeinsame Suche nach Lösungen.
  • sie bei Fehlern mit sachlichem Feedback anstelle emotionaler Zurechtweisung rechnen können.
  • sie nicht aufgrund eines Fehlers bloßgestellt werden.

 

So weit so gut. Aber warum ist eine „gesunde“ Fehlerkultur überhaupt wichtig für Ihr Unternehmen?

 

Mehr Innovation

 

Angst lähmt. Wenn Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Angst vor eigenen Fehlern haben, treffen sie ungern oder gar keine Entscheidungen und meiden Risiken. Möglichst wenig ändern, dann kann ja nichts schief gehen. Diese Einstellung ist Gift für Ihr Unternehmen, da Innovationen ausbleiben. Viele Startups machen es vor: Sie probieren aus, scheitern und wechseln den Kurs. Im Rahmen von „Fuckup Nights“ teilen Jungunternehmer ihre Pleiten, um Fehler weiterzugeben und gemeinsam zu lernen.

 

Die Message: Scheitern gehört dazu. Auch die Geschichte lehrt uns, dass aus Fehlern oder Zufällen einige Innovationen erwachsen können – gängige Beispiele sind Penicillin, Post-Its oder Teebeutel. Kurzum: Nur wenn Sie Ihre Beschäftigten spüren lassen, dass Fehler erlaubt sind, werden sie mutig sein, „groß“ denken und Neues ausprobieren.

 

Stärkere Mitarbeiterbindung

 

Das ist aber nicht alles. Wenn Sie Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Chance geben, aus Fehlern zu lernen, können sie im Unternehmen wachsen. Der offene Umgang mit Fehlern und die gemeinsame Suche nach Lösungen stärken darüber hinaus das Vertrauen sowie den Zusammenhalt im Team und sorgen für ein gutes Betriebsklima. Ihre Beschäftigten fühlen sich wohl, gehen motiviert an die Arbeit und bleiben Ihnen im besten Fall erhalten.

 

Mehr Produktivität

 

Ein weiterer Pluspunkt: Wenn Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen, dass Fehler sie nicht direkt den Kopf kosten, verschwenden sie keine wertvolle Zeit und Energie damit, mögliche Fehlerquellen um jeden Preis auszuschalten oder bereits getroffene Fehlentscheidungen zu verheimlichen. Sie widmen sich ihrem eigentlichen Arbeitsziel, arbeiten effizienter und sind produktiver.

 

Eine positive Fehlerkultur kann also ein wahrer Erfolgsmotor sein. Das Etablieren einer gesunden Fehlerkultur ist aber nur der Anfang. Im nächsten Schritt gilt es, den Umgang mit Fehlern im Rahmen eines Fehlermanagements in konkrete Maßnahmen und Prozesse zu übersetzen. Das ist Ihnen alles eine Nummer zu groß? Melden Sie sich bei uns, wir helfen Ihnen gerne.


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