6.4.2022
Blog

Unser Bild sagt mehr als 1.000 Worte

  • Auch, wenn wir nichts sagen – wir können nicht nicht kommunizieren
  • 80 Prozent unserer Wirkung entstehen nicht über das gesprochene Wort
  • Ob Kopf, Hände oder Haltung – unser Körper spricht Bände
von
Peter Ring
Lesedauer: 3 Minuten

Wussten Sie, dass bei einer Rede mehr als 80 Prozent der Wirkung gerade nicht über das gesprochene Wort entstehen? Es sind Körperhaltung, Gestik und Mimik, die für uns sprechen. Unser Körper spricht Bände. Wenn jetzt noch ein Medium, wie etwa der Bildschirm als Filter dazwischenkommt, lohnt es sich, genauer auf unsere Performance zu schauen. Denn: Der Geist steuert den Körper, der Körper steuert den Geist. Körpersprache-Experte Samy Molcho, sieht in der menschlichen Körpersprache unterschiedlichste Spielarten, die uns von Mutter Natur in die Wiege gelegt wurden. Dazu gehören Dominanz und Angriff, Selbst- und Unsicherheit, Verkrampfung, Flucht und Verstecken, das Ersuchen um Hilfe und das Ein- und Unterordnen. Aus diesem Verhaltens-Repertoire schöpfen wir Tag für Tag – auch in der Videokonferenz.

Hier ein paar Tipps und Tricks, wie Sie Ihre Körpersprache in analogen und digitalen Meetings verbessern können:

Der Kopf:

  • Wer sich in den Nacken greift, demonstriert ungewollt Unsicherheit.
  • Wer sich einen Finger über die Lippen legt, verbietet sich selbst den Mund (und damit aktuell das Sprechen).
  • Wer den Kopf zu sehr nach hinten neigt (oder den falschen Neigungswinkel der Kamera eingestellt hat), wirkt schnell „hochnäsig“.

Der Blick:

  • Schauen Sie in die Kamera. Der Blickkontakt ist die kürzeste Verbindung zwischen zwei Menschen und besonders wichtig, um Vertrauen aufzubauen.
  • In eine andere Richtung zu blicken (zum Beispiel, wenn man einen zweiten Monitor nutzt) kann das Gegenüber irritieren und Desinteresse vermitteln. Und natürlich: Nicht aufs Handy gucken oder E-Mails lesen!
  • Der beste Trick, um Nähe trotz Distanz herzustellen (zumindest, wenn es passt): gemeinsames Lachen! Denn, wie Yvonne de Bark, die bekannte Trainerin für Körpersprache, gern und mit Recht sagt: „Ein Blick verbindet Menschen. Und ein Lächeln verbindet Herzen.“

Die Haltung:

  • Wer sich anderen oder einem Thema „zuwendet“, der zeigt tatsächlich Zugewandtheit. Im Umkehrschluss gilt: Wer sich abwendet, auch, wer dauerhaft den Blick abwendet oder die „kalte Schulter“ zeigt, scheint nicht wirklich Interesse am Gegenüber oder Thema zu haben.
  • Wichtig ist eine möglichst gerade Haltung. Gerader Rücken, Brust raus, Arme leicht abspreizen und Ellenbogen leicht anwinkeln, um sich etwas breiter zu machen und freier bewegen zu können.
  • Eine krumme, verkrampfte Sitzhaltung – wenn man so will, eine erstarrte Fluchtbewegung – wird vom Gegenüber schnell als Unsicherheit interpretiert.

Die Hände:

  • Wird eine Handbewegung von oben nach unten genutzt, um beispielsweise jemanden zu bremsen oder wortlos „Ruhe!“ oder „Leiser, bitte!“ zu sagen, kann dies als zu dominant wahrgenommen werden.
  • Das Zeigen offener Handflächen kann Vertrauen erwecken (weil man nichts zu verbergen hat).
  • Der Zeigefinger, vor allem der sprichwörtlich erhobene, hat schnell etwas von „Ich weiß es besser…“, die „Pistole“ (oder doppelte Pistole bei zusammengelegten Händen und Zeigefingern) spricht für sich und gegen das Gegenüber.

All dies sind Tipps, die sich wortwörtlich lohnen könnten. Auch ganz ohne zu sprechen.

Quellen:

  • „Alles über Körpersprache – sich selbst und andere besser verstehen“, Samy Molcho (2001)
  • „In der Videokonferenz souverän auftreten“, Yvonne de Bark, Linkedin Learning
verfasst von:
Peter Ring
Senior-Berater
+49 (0) 211 515805 – 23
p.ring@vomhoff.de