24.11.2021
Blog

Stress lass nach

  • Bei Belastung kommt es auf die richtige Balance an
  • Lampenfieber und Eustress können helfen, das eigene Potenzial abzurufen
  • Im Schulterschluss lässt sich mehr erreichen
von
Peter Ring
Lesedauer: 3 Minuten

Winter-Zeit ist Stress-Zeit. Geschäftsberichte. Budgetverhandlungen. Die Jahresplanung steht vor der Tür und der Kommunikationsfahrplan leider noch in den Sternen. Plötzlich kommen auch noch unerwartete Medienanfragen und die Charts der nächsten PowerPoint-Präsentationen sind, sagen wir mal, auch nur fast fertig. Das Einzige, worauf man sich als Kommunikator:in in dieser Zeit sicher verlassen kann, ist: der tägliche Stress. Aber sollte man sich vom Stress wirklich stressen lassen?

Er hat einen schlechten Ruf, gilt als Geißel der Moderne. Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihn als eine der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts abgestempelt. Doch Stress hat durchaus zwei Gesichter. Er kann gefährlich sein. Aber auch eine Chance. Studien belegen: Stress hält lebendig, gesund und lässt uns, wenn es gut läuft, unser volles Potenzial abrufen. Kontrollierter, nicht zu langanhaltender und zu starker Stress kann richtig guttun (Eustress). So soll er das Immunsystem aktivieren und angeblich sogar Alzheimer vorbeugen. Stress, heißt es, soll schützen gegen Hautkrebs und die Heilung von Verletzungen beschleunigen. Kurz: Heilsamer Stress.

Aber: Das Bild, das wir von Stress haben, ist schlecht. Sein Image miserabel. Stress gilt als Krankheitsfaktor, als lästiger Dauerbegleiter der globalisierten Welt mit ihren wachsenden Anforderungen und 24/7-Kommunikationskanälen, die die Balance zwischen Berufs- und Privatleben untergraben. Stress geht uns aufs Kreuz. Rückenschmerzen etwa werden zu 80 Prozent durch Muskelverspannungen ausgelöst. Die „Last auf den Schultern“, „die Angst im Nacken“, der Druck im Büro…

Guter Stress oder schlechter Stress – was denn nun? Stress ist immer ein Balanceakt. Eine Anpassungsreaktion. Stress kann beides: das Gleichgewicht verlieren – und es wiederfinden lassen. Man muss nur Moderator:innen, Künstler:innen oder Sportler:innen fragen, wie nützlich eine ordentliche Portion Lampenfieber sein kann – wenn man sie konstruktiv zu nutzen weiß, um sich zu fokussieren. Sicher nicht nur, aber gerade für Kommunikator:innen hängt deren Wohlbefinden stark davon ab, wie sie den täglichen Stress bewerten. Unser Denken, unsere Meinung und unsere Kontrollmöglichkeiten bestimmen unsere Stress-Wahrnehmung. Wer Stress nur negativ sieht, erlebt vor allem seine schädliche Wirkung. Wer ihn als Chance betrachtet, kann ihn auch nutzen. Alles eine Frage der Dosierung.

Fünf Tipps gegen unnötigen Stress

  1. Kein Unternehmen ohne potenzielle Probleme. Im besten Fall nimmt man sich Zeit zur Vorbereitung und plant mit Weitblick „Was-wäre-wenn?” Warten Sie nicht, bis eine Krise da ist. Bereiten Sie sich so früh wie möglich vor. Zauberworte gegen späten Stress: frühzeitige Krisenprävention und Krisentraining.
  2. Planen Sie das Planbare, und ärgern Sie sich nicht über das Unplanbare. Frei nach Reinhold Niebuhr: „Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“
  3. Verteilen Sie Stress und plötzliches Arbeitsaufkommen auf mehrere Schultern. Das kann helfen, den Druck rauszunehmen und effektiv Fortschritte beschleunigen. Manchmal hilft auch der Blick von außen, die Outside-in-Perspektive, wenn man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.
  4. Vergessen Sie nie die Work-Life-Balance. Es gibt ein Leben neben der Arbeit. Und das kann genau die Kraft geben, die nötig ist, um berufliche Herausforderungen erholt in den Griff zu bekommen.
  5. In der Ruhe liegt die Kraft. Oder, für alle Fleischesser:innen: Wie isst man einen Elefanten? Stück für Stück.

Autor:in
Peter Ring
Senior-Berater
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