9. März 2016

Verdient Vertrauen, wer um Vertrauen wirbt?

Kai vom Hoff hat heute einen Impulsvortrag auf dem In|du|strie-Arbeitslunch der IHK Köln gehalten. In der IHK Geschäftsstelle Leverkusen / Rhein-Berg sprach er zum Thema Industrieakzeptanz. Eine Kurzzusammenfassung des Vortrags finden Sie hier:

 

Legitimität durch Dialog auf Augenhöhe

Unternehmen betreiben Kommunikation, um Vertrauen zu schaffen. Vertrauen und Glaubwürdigkeit sind die Räume, in denen sich alles abspielt. Soweit, so gut!

 

Um erfolgreich zu sein, sind Unternehmen auf Akzeptanz angewiesen. Akzeptanz jedoch bekommt man nicht geschenkt – sie muss täglich neu verdient werden.

 

Allerdings braucht dies die Bereitschaft zu mehr Offenheit: Allein über Gutes zu reden (alte PR-Weisheit) und dabei Probleme zu verschweigen, säht heutzutage Misstrauen. Sich um Akzeptanz zu bemühen, heißt daher in erster Linie zu wissen, was die Menschen interessiert und bewegt. Denn das Verständnis um deren Haltung und deren Befindlichkeiten ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Um diesen Schritt zu gehen, braucht es eine veränderte Haltung in Organisationen.

 

Den meisten Menschen ist die Welt in ihrer Komplexität fremd und unheimlich. Komplexität zu erklären, läuft daher häufig ins Leere. Das Dilemma: Bleibt das Vertrauen aus, reagieren Unternehmen häufig mit Kommunikationsoffensiven. Der Mensch kann und will Informationen aber nicht unbeschränkt aufnehmen. Denn zu viele Informationen erzeugen Stress und Desorientierung. Um der Informationsflut zu entgehen, sucht der Mensch nach einfachen Erklärungen. Werden sie ihm nicht geboten, dann rückt die Glaubwürdigkeit des Vermittlers in den Vordergrund – nicht mehr die Information an sich.

 

Wie funktioniert Vertrauenserwerb?

  • Information allein reicht nicht auch: Kommunikation ist dialogischer zu führen, wenn sie Wirkung erzielen soll
  • Akzeptanz kann entstehen, wenn neben der Wirklichkeit eines Unternehmens auch eine zweite sein darf.
  • Unternehmen müssen lernen, Kritik nicht per se als schlecht anzusehen, sondern sich konstruktiv damit auseinander zu setzen
  • Es gilt Abschied davon zu nehmen, alles kontrollieren zu wollen
  • Kommunikation sollte einen Entscheidungsprozess vorbereiten; ihn jedoch nicht erzwingen wollen.
  • Kommunikation ist kleinteiliger und damit auch anstrengender geworden. Diese Tendenz nimmt a la longue eher zu.
  • Ausbleibende Akzeptanz ist weniger das Ergebnis eines Informationsdefizits, sondern eines Vermittlungsdefizits. Augenhöhe ist gefragt.

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vom Hoff Kommunikation Düsseldorf – Strategische Kommunikationsberatung für namhafte Unternehmen und Institutionen.