7. August 2019

Von Null auf Hundert

Unternehmen, Verbände, NGOs, Verwaltungen oder Personen des öffentlichen Lebens: Irgendwie haben sie – ja eigentlich doch wir alle – etwas zu sagen. Während die Allgemeinheit gar nicht zwingend kommunizieren muss, verpassen die, die es professionell machen sollten, oft den Sprung es umzusetzen. Und spätestens dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wird sich lautstark darüber aufgeregt, dass die Medien nicht zuhören. Diese verflixten Medien eben.

 

Doch die eigentliche Schuld liegt hier nicht bei den Medienhäusern selbst, sondern in der teilweise stiefmütterlich behandelten Kommunikation im Vorfeld. Es ist schier vermessen zu glauben, dass die Medienhäuser im heutigen Wust an Informationen gerade auf meine Pressemitteilung warten. Oder dass sie mich kontaktieren, wenn sie eigentlich noch nicht einmal wissen, wer ich bin. Unternehmen, Verbände und Co. sind unbeschriebene Blätter im Almanach des Landes, sofern sie nicht kontinuierlich kommunizieren. Unsichtbar für jene Journalisten, die sich bei aufkommenden Themenkomplexen in Zeitnot sehen.

 

Oft erhalten wir Anrufe von Kunden – und so wird es sicherlich auch den Kolleginnen und Kollegen anderer Agenturen gehen – die sich um genau dieses Defizit drehen. „Wir kommunizieren nur einmal im Jahr und jetzt wo wir etwas sagen wollen, hört keiner zu.“ Oder: „Wir haben eine Internetseite, da steht alles Relevante drauf.“ Super! Aber wer zum Teufel sind Sie – denke ich mir dann. Und genau das denken sich in diesem Prozess wahrlich auch die Medien selbst. Kann man ihnen das verübeln? Nein.

 

Professionelle Kommunikation basiert auf Strategien, auf einem Grundgerüst und auf einem zeitlich intensiven Networking mit Journalisten und anderen Stakeholdern, um sich seine Bekanntheit erst einmal zu erarbeiten. Wie bei jeder anderen Arbeit auch, kommt der Erfolg nicht von selbst. Nicht umsonst geben Unternehmen teilweise viel Geld dafür aus, mit professionellen Kommunikatoren über Jahre hinweg Kanäle und Kontakte aufzubauen.

 

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied

 

Chapeau zunächst einmal an jene Unternehmen, Verbände, Ministerien und NGOs, die in der Vergangenheit Zeit, Hirnschmalz und Mühen investiert haben, um sich kommunikativ vorzubereiten. Denn gerade dann, wenn der Worst Case eingetroffen ist, ist der Kraftakt enorm. Die gesamte Kommunikation von Null auf Hundert aufbauen? Das frisst jede Menge Zeit und Ressourcen.

 

Jenen, die Kommunikation weiter als reinen Kostenfaktor ansehen oder diese nicht prioritär behandeln, daher einen kurzen Rat: Legt los! Wartet nicht darauf, dass es zu spät ist und ihr eure Botschaften nicht mehr an die Medien spielen könnt. Nehmt euch Zeit und entwickelt gleichfalls auch abseits der Medien Content-Plattformen, auf denen ihr eure eigenen Botschaften multimedial streuen könnt. Nur so kann im Ernstfall schnell und breitgefächert reagiert, statt agiert werden. Und man ist am Ende meilenweit davon entfernt, sich über die Medien beschweren zu müssen.


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vom Hoff Kommunikation Düsseldorf – Strategische Kommunikationsberatung für namhafte Unternehmen und Institutionen.