29. Dezember 2011

Trends 2012 in der Kommunikationsbranche

Der Jahreswechsel ist überfrachtet mit Rückblicken und Ausblicken aller Art – so auch in der Kommunikationsbranche. Glaubt man den Umfragen, so wird 2012 (wie im Übrigen die letzten Jahre zuvor auch) ein Jubeljahr. Natürlich müssen Kommunikationsprofis positiv in die Zukunft blicken. Allein schon deshalb, weil sie trainiert sind, die Dinge schönzureden.

 

Was aber wird sich tatsächlich in der Branche tun?

 

Zum einen wird sich die Generaldebatte über Soziale Netze deutlich abkühlen. Die Knock-out-Frage unter Kolleginnen und Kollegen: „Wie – ihr seid nicht auf Facebook?“ weicht einer gehaltvollen Erörterung, die sich – Gott sei Dank – wieder mehr auf Inhalte und Zielgruppen konzentriert.

 

Kommunikationskanäle und -instrumente können nur dann genutzt werden, wenn klar ist, was ich sagen will, wem und wie ich es sagen will. Diese Fragen werden auch weiterhin oben auf der Agenda stehen.

 

Überhaupt wird 2012 das Jahr von Inhalten und Positionen. Content ist King. Sorry liebe Marketingkollegen, nicht die Verpackung zählt, wie ihr es uns glauben machen wollt, sondern das, was drin ist. Glaubwürdigkeit und Akzeptanz erleben eine Renaissance.

 

Was so unspektakulär klingt, stellt Unternehmen jedoch vor große Herausforderungen: Die Teilhabe von Bürgerinnen und Bürgern an Entscheidungsprozessen ist keine Modeerscheinung, sondern eine anhaltende Entwicklung.

 

Transparenz ist das Stichwort. Wie schaffen Unternehmen es, diesen Anforderungen gerecht zu werden? Was bedeutet das für die Investitionsentscheidung an den jeweiligen Standorten und inwieweit sind Unternehmen bereit, sich zu öffnen und die Beteiligung von Bürgern zuzulassen?

 

2012 wird zudem zeigen, ob der Transformationsprozess in Gesellschaft und Wirtschaft gelingt. Wie ernst meinen wir es mit der Energiewende?

 

Noch ist nicht klar, welchen Obolus jeder von uns zu leisten hat, um diesen Weg mitzugehen. Energiewende gibt es eben nicht zum Nulltarif. Vielmehr wird die Debatte um den Ausbau der notwendigen Netzinfrastruktur für die Erneuerbaren zeigen, wie wir mit Konflikten zwischen Individualinteressen und Gemeinwohl umgehen.

 

Auch hier spielen die Themen Transparenz und Bürgerbeteiligung eine entscheidende Rolle.

 

2012 wird auch ein Jahr der Werte. Das Neue wird dabei das Alte sein: Konservative Werte wie Verlässlichkeit, Beständigkeit, Solidität, Loyalität sind en vogue, auch bei jüngeren Menschen.

 

Die aktuelle Debatte um den Bundespräsidenten Wulff zeigt, es geht um Anstand, Moral und um Redlichkeit. Da kann ich noch so viel twittern und facebooken – Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gilt es zu beweisen. Das kommt gut bei den Menschen an. Oder wie es eine große Wirtschaftszeitung einmal formuliert hat: Substanz entscheidet.

 

Genau wie bei Obama zeigt sich in den Personaldebatten in Politik und Wirtschaft: Nach Worten sollten Taten folgen. Diese bleibt der Präsident (welcher wohl?) derzeit jedoch noch schuldig.Insgesamt wird 2012 im Zeichen einer noch stärkeren, über Medien ausgetragenen Personalisierungsdebatte stehen. Dort werden Helden gemacht und auch zum Niedergang verurteilt.

 

Kommunikation wird mehr sein als Verlautbarungspolitik. Kommunikation wird vielmehr erfolgskritischer Erfolgsfaktor für die Authentizität und für die Akzeptanz einer Person und ihrer Position.

 

Fazit: Auch 2012 bleibt es spannend. Die Themen werden komplexer, damit auch die Anforderungen an Kommunikationsprofis.

 

Strategische Kompetenz, Weitsicht, Reflexionsfähigkeit und Erfahrung insbesondere im Hinblick auf die hier skizzierten Entwicklungen zahlen sich aus.

 

Zu den Verlierern zählen Berater, die meinen, Social Media sei ein Geschäftsmodell, bei dem jeder mitmachen muss – koste es, was es wolle.

 

Erfolgversprechender sind ganzheitliche Kommunikationsansätze. Und die beginnen – wie gesagt – mit grundlegenderen Fragen: Was habe ich zu sagen? Wem habe ich etwas zu sagen? Und wie will ich es ihm sagen?

 

Mit guten Wünschen für 2012. Möge es ein gutes Jahr werden.


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