13. Dezember 2016

Sieben „Don´ts“ der Pressearbeit

Keine Frage: Gute Pressearbeit ist für jedes Unternehmen, jede Institution und jeden Verband unerlässlich. Doch die Betonung liegt auf gute. Wer vermeiden will, dass ein Journalist eine Nachricht nicht wahrnimmt oder – noch schlimmer –  sich in seinem nächsten Blogbeitrag über eine Pressemitteilung lustig macht, der sollte die sieben größten Fehler bei der Presse-Ansprache vermeiden:

 

  1. Masse statt Klasse

Sie haben einen großen Verteiler aufgebaut und hauen Ihre Nachrichten nach dem Motto „öfter mal was Neues“ in kurzen Intervallen raus? Schlecht. Beherzigen Sie lieber „weniger ist mehr“ und recherchieren Sie genau, welcher Journalist welche Themen bearbeitet. Überschwemmen Sie nicht alle Adressen mit allen Nachrichten, sondern liefern Sie lieber gezielt interessante Informationen. Das erfordert zwar eine aufwändige Pflege Ihres Verteilers – schont aber die Nerven des Adressaten, der tagtäglich mit diversen E-Mails bombardiert wird. Vor allem aber erhöht es die Chance, dass Ihre Nachricht wahrgenommen und weiter verarbeitet wird.

 

  1. Kryptischer Betreff

Sie meinen, die Betreffzeile sollte eher die Phantasie anregen und mit vielen Ausrufezeichen garniert die Brisanz der Nachricht unterstreichen? Falsch. Nutzen Sie die Chance, den Empfänger im Betreff kurz und knapp über die wichtigsten Inhalte Ihrer Mitteilung zu informieren. Vergraulen Sie ihn nicht, sondern vermitteln Sie ihm, was Sache ist. So weiß der Journalist schnell, worum es geht und ob die Nachricht für ihn interessant ist.

 

  1. Nichts im Netz

Sie verschicken zwar gerne Pressemitteilungen, haben aber keine oder wenige Informationen online verfügbar, auf die Journalisten schnell und unkompliziert zugreifen können? Ein Jammer. Halten Sie Zahlen, Fakten und Fotos im Internet bereit – und das nicht nur zu aktuellen Ergebnissen. Präsentieren Sie Ihr Unternehmen, schaffen Sie sich eine digitale Visitenkarte. Ein extra Pressebereich auf Ihrer Homepage ist unerlässlich. Das erspart dem Redakteur kostbare Zeit bei der Recherche – die er im Zweifelsfall gar nicht aufwenden wird.

 

  1. Eile in der Nacharbeit

Sie meinen, Sie können nicht ewig warten und telefonieren spätestens 24 Stunden nach Versand einer Pressemitteilung ungeduldig hinterher? Gemach. Journalisten werden überhäuft mit Meldungen. Geben Sie ihnen Zeit, Ihre Nachricht zu bearbeiten. Zu viel Eile macht Druck und schlechte Laune. Es spricht nichts dagegen, mit ein paar Tagen Abstand freundlich nachzufragen, ob Ihre Informationen von Interesse sind und eventuell weitergehende Informationen gewünscht sind – und so die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Aber Achtung: Falls Ihr Gesprächspartner abwinkt, gilt auch hier: Nein heißt nein. Bloß nicht penetrant werden.

 

  1. Kein Plan

Sie werfen wahllos mit Informationen um sich und wissen selbst nicht recht, welche Botschaft Sie haben? Bloß nicht. Das wichtigste ist eine durchdachte Kommunikationsstrategie. Überlegen Sie sich genau, was Sie wann wem mitteilen möchten. Identifizieren Sie klare Ziele und Zielgruppen. Nur, wenn Sie mit System vorgehen, haben Ihre Nachrichten eine Chance, Gehör zu finden und auf Dauer ein großes, ganzes Bild zu ergeben.

 

  1. Facebook mag ich nicht

Sie meinen, über Twitter werden doch nur Lügen verbreitet und Facebook ist nur etwas für Leute mit zu viel Zeit? Gefährlich. Die sozialen Medien haben große Reichweiten. Natürlich müssen Sie nicht überall aktiv sein, aber suchen Sie sich die Social-Media-Kanäle, die zu Ihrer PR-Strategie und Ihrem Selbstverständnis passen, und nutzen Sie deren Vorteile. Viele Medienmacher sind im Netz aktiv und holen sich ihre Informationen über Facebook, Snapchat & Co.

 

  1. Kennste einen, kennste alle

Sie glauben, Journalisten sind austauschbar und schreiben ohnehin nur, was sie wollen? Ganz schlecht Wenn Sie Ihr Gegenüber nicht ernst nehmen, werden Sie es nicht erreichen. Beschäftigen Sie sich mit den relevanten Medien. Bauen Sie gute Kontakte zu Ansprechpartnern auf, die Sie schätzen, und pflegen Sie sie langfristig. Das kann Gold wert sein.

 

Nun kann es losgehen. Nutzen Sie die Vorteile, die die relativ günstige Pressearbeit bietet, und bringen Sie Ihr Unternehmen, Ihre Institution oder Ihren Verband im richtigen Kontext ins Gespräch.

 


2 Kommentare zu “Sieben „Don´ts“ der Pressearbeit”


  • Alexandra Stoffel sagt:

    Liebe Frau Bender,

    danke für die Unterstützung. Pressearbeit wird manchmal unterschätzt. Aber sie kann eben wirklich wertvoll sein, wenn sie gut gemacht ist. Wir freuen uns, dass Sie das ebenso sehen.

    Mit besten Grüßen

    Alexndra Stoffel

  • Verena Bender sagt:

    Absolut korrekt! Man kann gar nicht oft genug auf diese Fehler aufmerksam machen, wenn man mitbekommt wie viele Menschen sie begehen 🙂

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