22. März 2011

Protestieren wir uns in die Blockade?

Der Anti-AKW-Zug rollt an und alle springen auf. Die Mehrheit der Deutschen möchte den Atomausstieg und die Bundesregierung macht eine Rolle rückwärts. Die vor einigen Wochen getroffene Entscheidung zur Laufzeitverlängerung wird ausgesetzt, vielleicht sogar vollends revidiert. Es bleibt die Frage, ob sich die Menschen darüber im Klaren sind, was das für sie bedeutet?

 

Freie Meinungsäußerung ist gut, Protest ist gut, Bürgerwille ist gut. Nur hat sich in deutschen Landen in den letzten Monaten eine regelrechte Protestwut entwickelt, die die Sicht auf so manches sinnvolles Infrastrukturprojekt verklärt. Vor dem Hintergrund diverser Stuttgarter Bahnhöfe und Dattelner Kraftwerke besteht in der jetzigen Anti-Atomkraft-Debatte die Gefahr, dass nicht nur gegen das eigentliche „Übel“ auf die Straße gegangen wird, sondern mögliche Alternativen auch gleich wegdemonstriert werden.

 

Denn, sind die Meiler erst einmal vom Netz genommen, müssen Alternativen her. Ansonsten gehen die Lichter aus. Knapp ein Fünftel der deutschen Bruttostromproduktion müsste ersetzt werden. Heimische Energieträger erlangen somit eine völlig neue Bedeutung.

 

Die Frage wird dann sein, ob die Atomkraft-Gegner auch bereit sind, die Konsequenzen ihrer Forderungen mitzutragen oder direkt weiter protestieren: gegen neue Kraftwerke, den Ausbau von Stromtrassen, Windräder usw.

 

Wer jetzt gegen die AKWs auf die Straße geht, darf sich nicht über Neubauten von Kraftwerken oder Hochspannungsleitungen in seiner Nachbarschaft beschweren. Jeder Einzelne soll für seine Interessen kämpfen – mit Verve und Leidenschaft. Aber er soll sich den Veränderungen bewusst sein, die er damit hervorruft. Andernfalls kämen wir vom Regen in die Traufe.


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