2. Oktober 2012

Phänomen: Bürgerinitiative vs. Bürgerinitiative

Eine verzwickte Lage zeichnet sich gerade in der Kreisstadt Mettmann (bei Düsseldorf) ab.

 

Eine Essener Erlebnisgastronomie-Kette möchte sich im Neubaugebiet am Rande von Mettmann niederlassen. Die Krux: Als dort vor Jahren ein Wohngebiet neben dem damaligen Gewerbegebiet „Innovationspark“ geplant wurde, war klar: damit ist Ärger vorprogrammiert.

 

Heute existiert dort unter dem Namen „Neanderpark“ ein Mix aus Gewerbe- und Wohngebiet. Jetzt aber befürchten die Anwohner, dass ihre Nachbarschaft als „Vergnügungsmeile“ verkommen könnte. Über 160 Unterschriften hat eine Bürgerinitiative schon gesammelt, um die Planung für das Bauprojekt aufzuhalten.

 

Andere sehen in dem Vorhaben eine Bereicherung und eine Chance, die überschaubare Gastronomielandschaft in Mettmann aufzuwerten. Zusätzlich zur Gastronomie soll der neue Gebäudekomplex auch ein Motel und eine Veranstaltungshalle beinhalten. So hat sich bereits, via Facebook, eine andere Bürgerinitiative mit über 1.400 „Mitgliedern“ für das Bauvorhaben auf virtuellem Wege stark gemacht.

 

Es scheint, als hielte sich die Politik zurück. Grund dürfte die Ausnahmegenehmigung sein, die die Verwaltung dem Essener Unternehmen für das mehr als 10.000 Quadratmeter große Grundstück erteilen müsste. Denn Gastronomiebetriebe und Vergnügungsstätten sind in Gewerbegebieten eigentlich nicht zulässig.

 

So gibt es in Mettmann kein klassisches David-vs.-Goliath-Szenario (Bürger gegen Konzern und / oder Politik) sondern eher ein seltenes David-vs.-David-Szenario.

 

Kommunikativ gesehen dürfte der Ausgang spannend werden, gerade weil beide Argumentationslinien einem breiten Publikum leicht verständlich sind.

 

Wie wird sich Mettmann entscheiden?


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