7. Juni 2011

Merkels Energiewende braucht Akzeptanzmanagement

Die Bundesregierung hat die Sieben-Meilen-Stiefel angezogen. Im Sauseschritt geht alles voran. Und wir alle folgen ihr! Alle?

 

Fakt ist: Die Energiewende ist beschlossene Sache. Allenfalls marginale Änderungen sind im Rahmen des jetzt beginnenden Gesetzgebungsverfahrens noch möglich. Die vom Kabinett verabschiedeten Energiegesetze scheinen zum Quantensprung in ein neues Zeitalter zu werden. Wirklich?

 

Auch wenn der politische Wille der Bundesregierung nun – endlich – klar ist: Wie steht es um die Umsetzung? Wie kommt die Energiewende in den Köpfen der Menschen an, ohne dass sie dagegen aufbegehren, weil sie auf ihren Lebensstandard verzichten müssen.

 

Etwa wegen nicht mehr bezahlbarer Energie, wegen neuer Kraftwerke in ihrer Nachbarschaft oder wegen zusätzlicher Überlandleitungen von Norddeutschland nach Süddeutschland. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller brachte es anschaulich auf den Punkt als sie dem Handelsblatt gegenüber sagte, dass der nun mehrheitsfähige politische Wille noch lange keine gesellschaftliche Akzeptanz erzeuge.

 

Diese Aufgabe bleibt nun bei den Unternehmen hängen, die Kraftwerksprojekte und Hochspannungsleitungen planen und bauen. Zwar können sie sich fortan auf einfachere Genehmigungsverfahren stützen, aber Legalität erzeugt noch keine gesellschaftliche Akzeptanz.

 

Es werden also erhebliche zusätzliche kommunikative Anstrengungen von den Unternehmen zu leisten sein, um ihre Investitionsprojekte auch tatsächlich umzusetzen. Zusätzlich zu Planung und Anlagensicherheit wird das Akzeptanzmanagement bei Nachbarn, Anwohnern und besorgten Bürgern zu einem „Muss“ bei jedem Vorhaben. Denn ohne gesellschaftliche Akzeptanz geht nichts mehr – auch die Energiewende nicht.


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