9. August 2012

Medien(r)evolution: Geht das klassische TV-Zeitalter zu Ende?

Medien(r)evolution: Geht das klassische TV-Zeitalter zu Ende?

Um eines vorweg zu nehmen: Uns geht es hier nicht um das Ende des TV-Konsums, sondern um das Ende des Diktats der TV-Sender dem Zuschauer vorzugeben, wann er was sehen kann.

 

Wer heute einen neuen Flachbildfernseher kauft, wird schwerlich einen Flatscreen ohne Internetanschluss finden: TV und Internet verschmelzen allmählich – eine Evolution, die zur Revolution werden kann.

 

Der Vorbote des „TV on Demand“ ist das seit längerem verfügbare „Video on Demand“.
In diesem Markt haben sich inzwischen viele Anbieter mit kostenlosen wie auch kosten-pflichtigen Angeboten erfolgreich etabliert. Der Video on Demand Anbieter Maxdome hat derzeit ca. 800.000 Nutzer, Lovefilm.de verfügt über 2 Mio. Mitglieder. Auch öffentliche rechtliche Sender bieten eine Auswahl gesendeter Beiträge in Mediatheken an. Hersteller von Lifestyle-Produkten, wie z. Bsp. Apple, binden ihre Videoangebote ausschließlich an die eigene Hardware. Das Konzept ist erfolgversprechend und beliebt: Videos und TV-Serien anschauen, wann es der Nutzer will.

 

Der nächste logische Schritt in der Evolution: Der Nutzer ruft sämtliche TV-Inhalte dann ab, wann er es will.

 

Den TV-Stationen und Serviceanbietern eröffnet „TV on Demand“ völlig neue Möglichkeiten der Individualisierung insbesondere im Bereich der Werbung. Da sich der „TV on Demand“-Nutzer der Zukunft mit seinem (Persönlichkeits-)Profil eingeloggen muss, bieten sich ungeahnte Möglichkeiten der Platzierung von individualisierter Werbebotschaften.

 

Wie erfolgreich man mit Video- und Download-Inhalten sein kann, zeigen seit einigen Jahren Firmen wie Google oder Apple. Sie rüsten ständig auf, um im Markt der Zukunft ihre Marktanteile zu sichern und auszubauen. Apple hat jüngst ein eigenes TV-Gerät angekündigt – kaum anzunehmen dass das Unternehmen mit TV-On Demand anders verfährt, als mit seinem iPod und der Musikbörse iTunes: Mit dem Kauf dieses Fernsehers wird sich der Käufer vermutlich ebenfalls dauerhaft an Apple binden.

 

Vor allem die Inhalte werden sich ändern: Zu befürchten steht eine weitere Boulevardisierung des Medienangebots. Ähnlich wie bei Online Medien heute werden Beiträge nachgefragt, in denen Skandale, Prominenz oder Kriminalität eine überragende Rolle spielen.

 

Journalisten werden sich daher künftig noch stärker daran orientieren, was von der breiten Masse der Nutzer nachgefragt wird. Unternehmen werden es unter diesen Umständen ungleich schwerer haben, ihrer Botschaften oder Einordnungen in Form von Nachrichten über die Medien zu kommunizieren. Nur großen Konzernen und angesagte Unternehmen werden den Sprung in diese neue Medienwelt schaffen. Alle anderen werden entweder verstärkt auf Werbung angewiesen sein, wenn sie weiterhin wahrgenommen werden wollen, oder auf die Hilfe von Kommunikationsprofis.


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