9. August 2018

Erwartungen vs. Realität: Was sie von PR-Beratern wirklich erwarten können

Wenn ich Bekannten erzähle, dass ich PR-Beraterin bin, dann gibt es eigentlich nur zwei Reaktionen: große Fragezeichen in den Augen oder ein vorurteilsbehafteter Spruch wie „Du redest also die kriminellen Machenschaften von Unternehmen schön“. Zeit also, mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen und hinter die Fassade einer PR-Agentur zu blicken.

 

Und ja, ich gebe zu, dieser Beitrag ist auch ein wenig ein Sommerloch-Beitrag. Und: Wir können nicht gewährleisten, dass die unten geschilderte Realität für alle PR-Agenturen gilt. Für vom Hoff geben wir Ihnen aber unser Wort.

 

Was viele denken, was PR-Berater tun…und was sie wirklich tun.

 

Erwartung: Die Arbeit machen irgendwelche unerfahrenen Praktikanten. Den Chef und die erfahrenen Mitarbeiter sieht man nur beim ersten Kennenlernen.

Realität: Jede Aufgabe liegt in einer Agentur bei mehr als einer Person. Projekte werden dabei bei uns zum Beispiel immer von Beratern oder Senior-Beratern geleitet, die inhaltlich intensiv involviert sind. Sie dienen als fester Ansprechpartner für den Kunden und packen bei allem mit an, statt nur Teams auszusteuern. Denn es gilt nicht nur ein Vier-Augen-Prinzip für alle Texte, um Fehler zu vermeiden, sondern es zählen auch alle Ideen gleichwertig. Nur wenn Alt und Jung, erfahrenere und unerfahrenere Mitarbeiter Ansichten und Ideen austauschen, entstehen wirklich kreative und innovative Lösungen. Bei der Arbeitsteilung kann es also auch mal vorkommen, dass ein Senior-Berater einen Journalistenverteiler erstellt oder ein Praktikant die zentrale Idee für eine neue Kampagne hat. So schleichen sich bei niemandem Routinen ein und jeder Tag bietet Abwechslung. Und auch der Chef zählt nicht nur Geldscheine und spielt Golf. Er ist bei strategischen Fragen mit an Bord, moderiert Workshops, coacht Führungskräfte, hält Vorträge, gibt Seminare und entwickelt die Agentur weiter.

 

Erwartung: PR-Berater können gut reden und Ideen verkaufen, wirklich arbeiten tun sie aber nicht.

Realität: Stimmt nicht ganz. Gut reden und Ideen verkaufen können wir natürlich (Das ist unser Job!), wir sind aber Berater und Umsetzer in einem. Wir reden unseren Kunden nicht nur nach dem Mund, sondern entwickeln wirklich sinnvolle Strategien. Wir widersprechen, wenn wir merken, dass Kunden drohen in die falsche Richtung zu laufen. Und von den Konzepten, die wir entwickeln, sind wir selbst so überzeugt, dass wir sie dann auch mit Herzblut umsetzen. Wir möchten schließlich wissen, was aus unseren Ideen wird und welche Ergebnisse sie erzielen.

 

Ein Maßnahmenfeuerwerk der Kommunikation

 

Erwartung: PR-Berater haben die gängigsten Maßnahmen in der Schublade liegen. Für jeden Kunden gibt es dann die gleichen Lösungen.

Realität: Wie langweilig wäre denn dann bitte unser Job? Unsere Herangehensweise ist etwas anders. Wir überlegen uns: Was passt zum Kunden? Was will die Zielgruppe? Wie viel Budget haben wir überhaupt? Und welcher Unternehmensstrategie soll unsere Kommunikationsstrategie eigentlich folgen? Für jeden Kunden stellen wir dabei ein individuelles Team zusammen. So arbeiten immer wieder unterschiedliche Leute je nach Bedürfnis des Kunden interdisziplinär zusammen und entwickeln neue kreative Strategien. Außerdem verzichten wir zum Beispiel bewusst auf eigene Filmer, Grafiker und Web-Designer. Wir arbeiten lieber je nach Projekt mit den Partnern aus unserem Netzwerk oder ganz neuen Partnern zusammen. So garantieren wir, dass wir keinen Einheitsbrei verkaufen, sondern jeder Kunde das erhält, was zu ihm passt. Leer sind unsere Schubladen aber trotzdem nicht – dort lagern wir ganz viele Süßigkeiten.

 

Erwartung: Der Agenturmarkt ist schnelllebig – Agenturen kommen und gehen.

Realität: Unsere Arbeit – Kommunikation – wird tatsächlich immer schneller. Um da mithalten zu können, braucht es langjährige Erfahrung und permanente Weiterentwicklung. Wir sind eine der ältesten Agenturen am Markt und bleiben trotzdem am Puls der Zeit. Ob neue Film- und Präsentationsformate, Infografiken, Social Media, neue Tools für das Kommunikationsmanagement oder Beratung zur Kommunikationsabteilung der Zukunft: Wir prüfen genau, welche Dinge für unsere Kunden relevant sind und ob wir auf einen Trend aufspringen oder nicht.

 

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht

 

Erwartung: PR-Berater überlegen sich, wie man Lügen am besten verkaufen kann.

Realität: Das wäre kontraproduktiv. Denn wenn man für ein Unternehmen kommuniziert, die dahinterstehenden Versprechen aber nicht halten kann oder es die kommunizierten Vorteile/Möglichkeiten/Innovationen gar nicht gibt, dann fällt das doppelt negativ auf das Unternehmen zurück. Dann würden wir mit der Kommunikation mehr Schaden als Nutzen anrichten und unsere Agentur wäre wahrscheinlich Geschichte.

 

Erwartung: PR-Berater haben ihre ganz eigene Sprache, die keiner versteht.

Realität: Value adden, impact schaffen, Stakeholder managen, live gehen, Touchpoint-Analyse – ja wir geben zu, manchmal ist unser Job voller Anglizismen und gern genutzten Fachbegriffen. Zu reinen Verkaufsfloskeln, hinter denen kein Inhalt steckt, sollten diese aber nicht werden. Wir verstecken uns nicht hinter BlaBla-Versprechen, die keiner halten kann, sondern sprechen die Sprache unserer Kunden und reden Klartext. Wenn uns doch mal ein „Buzzword“ rausrutschen sollte, dann sollten Sie uns darauf ansprechen, das nehmen wir mit Humor.

 

An Gerüchten ist meist etwas Wahres dran

 

Manche Vorurteile stimmen natürlich. Der guten Ordnung halber möchte ich zwei davon noch gerne auflisten:

PR-Berater trinken Kaffee, viel Kaffee. Aus der Filtermaschine und dem Vollautomaten, vom Kaffeekiosk auf dem Weg zur Arbeit, aus großen Tassen und Tassen mit lustigen Sprüchen, manchmal zu bitteren Kaffee und zu kalten Kaffee und bei Hitze etwas weniger Kaffee und in einem frühen Meeting auch mal etwas mehr Kaffee. Und Cappuchino und Espresso und Latte Macchiato trinken wir auch. Ach ja und Kaffee.

PR-Berater haben immer was zu erzählen und zu allem eine Meinung. Und deshalb könnte ich auch noch stundenlang weiter schreiben. Zum Beispiel wie ich es finde, wenn Briefings kryptisch sind oder gute Ideen nicht weiter verfolgt werden oder was ich davon halte, wenn der Süßigkeitenschrank leer ist. Aber PR-Berater halten sich an vorgegebene Zeichenzahlen. Punkt.


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