13. Juli 2016

Endlich Sommerloch!

Es ist wieder mal so weit. Die EM ist vorbei, das Parlament im Urlaub, der allgemeine Blutdruck fällt. Sommerloch. Der Steckrübenwinter der Medien. Irgendwie hat man keine Themen, aber die Zeitung oder Sendung muss ja mit irgendwas gefüllt werden. Also auf zum Giftschrank, da war doch mal diese Einsendung, was mit nem Tier vielleicht…? Tiere gehen doch eigentlich immer. Vielleicht könnte sich ja dieses Jahr, ach ich weiß nicht, Moritz die Stabheuschrecke in einen Zweig verlieben oder Knut der Igel in eine Bürste. Damit könnte man doch bestimmt auf Wochen hinaus Content createn und Storytelling betreiben. Schöne neue Medienwelt.

 

Aber gibt es das Sommerloch denn überhaupt? Nun ja. Dass der Bundestag in die Sommerpause geht, ist für die meisten Menschen in Deutschland kein allzu einschneidendes Ereignis. Wahrscheinlich bekommen viele es noch nicht mal wirklich mit. Und ob sich die gerechte Rentenreform jetzt verzögert weil sich die Parteien nicht einigen können, weil niemand weiß, wie eine gerechte Rente auszusehen hat, oder weil die MdBs in den Urlaub fahren macht nun auch nicht wirklich einen großen Unterschied. Und ja, auch die meisten Sportligen machen Pause. Aber noch nicht einmal das Pausieren der Fußball-Bundesliga hat in vergangenen Jahren tatsächlich  dazu geführt, dass die Welt aufhört, sich zu drehen.

 

Die Themen sind da, so wie sie auch das ganze restliche Jahr über da sind. Sie werden nur meistens von innenpolitischen oder lokalen Themen überlagert, weil Nähe einer der entscheidenden Faktoren dafür ist, ob ein Thema publiziert wird oder nicht. Deswegen finden manche Erdregionen in unseren Nachrichten kaum statt. Oder wissen Sie, wie der Premierminister Indiens heißt? Die größte Demokratie der Welt, eine wirtschaftlich rasant wachsende Nation, und bei uns nimmt man sie ohne Katastrophen oder Anschläge so gut wie nicht wahr.

 

Kommunikatoren sollten diese Zeit des Jahres eher als Chance begreifen. Sie haben ein sperriges Thema in der Pipeline, das sich nicht auf die übliche, knackige Schlagzeile runterbrechen lässt? Super, jetzt ist nicht nur Zeit dafür, es sind auch die Kapazitäten frei. So mancher Redakteur dürfte sogar dankbar sein, wenn Sie mit einem gut vorbereiteten Thema an ihn herantreten. Und tatsächlich dürften nur die wenigsten Journalisten ihren Beruf ergriffen haben, um zu Chronisten der amourösen Eskapaden irgendwelcher Tiere zu werden.

 

Gibt es also das Sommerloch?

 

Ja, in der Tat. In der Nähe von Bad Kreuznach. Dort leben in der Ortsgemeinde Sommerloch 425 Einwohner. Ob das andere, metaphorische Sommerloch entsteht, ist Ihre Sache.


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