13. Mai 2016

Die gröbsten Schnitzer im Interview und wie Sie diese vermeiden können – Teil 1

„Hilfe, die Presse möchte mich interviewen.“ Für Unternehmer, Politiker und Personen des öffentlichen Lebens kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem Journalisten – egal welchen Mediums – ihr Interesse bekunden, über Sie zu berichten. Neben der Hintergrundgeschichte, der Reportage oder dem Artikel ist das Interview dabei noch immer die häufigste Form der Berichterstattung. Die Anfrage der Medienvertreter löst bei vielen bereits ein erstes Unbehagen aus. Andere, welche die Situation fast schon tagtäglich erleben, behalten einen kühlen Kopf. Ob nun Angst und Bammel oder Selbstsicherheit – Fehler in der Interviewführung können immer passieren, sogar den Besten. Doch man kann sie vermeiden.

 

Fehler 1: Mangelnde Vorbereitung

Das optimale Interview beginnt vor dem Interview. Bereits während der Anfrage können Sie den ersten Fehler vermeiden. Idealerweise nutzen Sie das Vorgespräch dazu, erste Informationen einzuholen. Machen Sie dies nicht, kann Sie der Journalist schnell auf dem falschen Fuß erwischen. Fragen Sie daher stets nach den Hintergründen des Interviews. Welches Thema verfolgt der Journalist? Welche Themengebiete möchte er abfragen? Welchen Zeitrahmen sollen Sie sich für das Interview nehmen? Wo und wann wird das Interview publiziert? Wie so oft im Leben ist eine gute Vorbereitung das A und O. Vor allem inhaltliche Fragen geben Ihnen die Möglichkeit, sich Wordings zurechtzulegen und Strategien zu entwickeln. Sie sind dem Journalisten damit einen Schritt voraus.

 

Fehler 2: Den Ort falsch gewählt

Kleider machen Leute, sagt ein altes Sprichwort. Stimmt. Doch auch eine gut gewählte Umgebung kann sich auf den Ausgang eines Interviews auswirken. Auch Journalisten sind Menschen, deren subjektives Meinungsbild sich durch äußere Einflüsse verändern kann. Rechnen Sie selbst im Rahmen eines Interviews damit, dass die Location zumindest im Einstieg des Artikels Erwähnung findet. Haben Sie die Qual der Wahl einen geeigneten Ort für ein Interview selbst zu bestimmen, so nutzen Sie diese Möglichkeit zu Ihrem Vorteil. Suchen Sie sich einen Platz aus, an dem Sie sich wohlfühlen, der zugleich aber Ihrer Stellung und den Botschaften Ihrer Wordings Rechnung trägt. Es ist beispielsweise davon abzusehen, sich in einem großen, schmucken Konferenzraum zu treffen, wenn Ihre Botschaft suggerieren soll, dass Sie der Typ von Chef sind, der selbst mit dem einfachen Arbeiter auf Augenhöhe ist.

 

Fehler 3: Das Organisatorische nicht geklärt

In der Regel werden organisatorische Belange, wie beispielsweise die Freigabe des Interviews, am Anfang des Gespräches geklärt. Für Journalisten ist dies eine Absicherung, damit das Wortwörtliche adäquat wiedergegeben wird. Doch machen Sie sich bewusst: Die Interviewfreigabe ist kein Muss. Klären Sie also zunächst, ob Sie das Interview vor Veröffentlichung nochmalig zu Gesicht bekommen und gegebenenfalls Änderungen vornehmen dürfen. Hier gilt jedoch die Faustregel: Weniger ist mehr. Stoßen Sie bei Ihrem Gesprächspartner nicht sauer auf, indem Sie zu viel am fertigen Artikel ändern. Damit suggerieren Sie Ihrem Gegenüber eine unzureichende Arbeit. Für Audio-Mitschnitte gilt, dass diese nur mit Zustimmung des Interviewten gemacht und genutzt werden dürfen.

 

Fehler 4: Gute Vorbereitung, schlechte Umsetzung

Sich vorzubereiten heißt nicht, dass Sie im späteren Verlauf des Interviews Ihre Kernbotschaften vom Zettel ablesen können. Tragen Sie Ihre Botschaften frei vor, gehen Sie auf die Fragen direkt ein und passen Sie Ihre Antworten an. Auch im Interview können Sie sich für einen Gedankengang Zeit nehmen. Halten Sie lieber kurz inne und bedenken Sie Ihre Wortwahl. So sind Sie auf der sicheren Seite. Notizen zum Generieren Ihrer Botschaften sind kontraproduktiv. Sie verleiten dazu, die Frage aus dem Blickfeld zu verlieren und das Gespräch unnötig zu verlängern. Eine gute Vorbereitung ist dann erfolgreich, wenn Sie Ihre Botschaften jederzeit frei abrufen können.

 

Fehler 5: Fehlende Authentizität

Gute Journalisten haben ein Gespür für Details – sie sind nicht nur Schriftsteller, sondern zugleich Detektive. Während eines Interviews hinterfragen sie daher nicht nur Ihre Messages, sondern zugleich auch Ihre Persönlichkeit und Ihr Auftreten. Selbst als guter „Schauspieler“ können Sie entlarvt werden – viele Medienvertreter merken in Interviewsituationen, ob Sie sich authentisch verhalten oder sich verstellen. Nicht man selbst zu sein weckt Misstrauen und kann schnell dazu führen, dass die eigenen Botschaften in Frage gestellt werden. Das Wichtigste ist deshalb: Bleiben Sie Sie selbst.

 

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