14. April 2011

CCS kommt – oder doch nicht?

Die Bundesregierung hat das Gesetz zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CO₂) beschlossen. Damit will sie den Weg freimachen für die weitere Erforschung und Erprobung von CCS (Carbon Dioxide Capture and Storage), einer Technologie, mit der Kohlekraftwerke ihre Klimabilanz deutlich verbessern könnten.
Allerdings könnte es trotz des Gesetzes passieren, dass keine einzige Anlage in Deutschland gebaut wird. Grund dafür ist, dass die Bundesregierung den CCS-Kritikern so weit entgegen gekommen ist, dass nun jedes Bundesland per „Länderklausel“ ganze Regionen oder sogar ganze Länder als Standort ausschließen kann. Viele Bürger sehen die Technologie, mit der schädliches CO₂ in unterirdische Speicher gepumpt werden soll, nämlich äußerst kritisch.

Und da ist sie wieder, die Akzeptanzfrage. Bürgerinitiativen wie die Initiative „CO₂-Endlager-stoppen“ in Brandenburg machen gegen den Entwurf bereits mobil. In ihrem Bundesland prüft Vattenfall mögliche Speicherstätten. Auch in anderen Ländern stehen Bürger der neuen Technologie kritisch gegenüber. Die Politik – wenn sie denn die Vorhaben unterstützt – und Unternehmen werden viel Überzeugungsarbeit leisten müssen, wenn sie Akzeptanz für die Vorhaben erreichen möchten. Dies wird keine leichte kommunikative Aufgabe.
Momentan können sich nur wenige Bürger unter CCS wirklich etwas vorstellen. Dies gilt es nun zu ändern. Gleichzeitig sollten Sorgen und Bedenken der Anwohner ernsthaft diskutiert werden. Am Dialog kommen Unternehmen und Politik nicht vorbei.
Vorerst müssen nun aber Bundestag und -rat zustimmen. Vor zwei Jahren ist ein ähnlicher Entwurf zur Erprobung von CCS schon einmal gescheitert. Sollte er es dieses Mal wieder nicht schaffen, wäre die Technologie in Deutschland – Zyniker würden sagen: ganz nach ihrer Bestimmung – endgültig begraben.


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