18. Januar 2011

„Alternativlos“– Das Unwort des Jahres

Alternativlos ist das Unwort des Jahres 2010 nicht: „Integrationsverweigerer“ „Steuersünder“ oder „Schwarzsparer“ – insgesamt über 1.000 Einsendungen erreichte die Jury unter der Leitung des Germanisten Horst Dieter Schlosser. Heute wurde verkündet: „Alternativlos“ ist das Unwort des Jahres. Warum?

 

„Das Wort suggeriert sachlich unangemessen, dass es bei einem Entscheidungsprozess von vornherein keine Alternativen und damit auch keine Notwendigkeit der Diskussion und Argumentation gebe“, erklärte Schlosser heute in Frankfurt am Main.
Im Jahr 2010 habe es vermehrt solche Behauptungen gegeben, so Schlösser. Griechenland-Hilfe, Stuttgart 21, Ausbau des Frankfurter Flughafens sind Beispiele des vergangenen Jahres die zeigen, dass unbeliebte Entscheidungen durch eine nicht zufriedenstellende Kommunikation nur weiteren Unmut und Politikverdrossenheit in Teilen der Bevölkerung hervorrufen können.

 

Ob politische oder wirtschaftliche Entscheidungen richtig oder falsch sind, das hängt immer von der Sichtweise ab. Alternativlos sind sie aber höchstens in den Augen der Entscheider oder deren Unterstützer.

 

„Alternativlos“ ist deswegen ein gelungenes Unwort, weil es mal wieder zeigt, dass eine Basta-Mentalität in der Kommunikation völlig unangebracht ist.

 

Dies gilt für die Politik wie für Unternehmen. Wer den Dialog nicht sucht, der hat es schwer – dies hat das Jahr 2010 eindrucksvoll bewiesen.


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vom Hoff Kommunikation Düsseldorf – Strategische Kommunikationsberatung für namhafte Unternehmen und Institutionen.