16. Dezember 2016

Achtung, Weihnachtsfeier!

Auf den ersten Blick sind die Rahmenbedingungen von Betriebsfeiern arbeitnehmerfreundlich: Es wird nicht gearbeitet, man unternimmt etwas Besonderes abseits des Alltags, der Chef zahlt und alle Kolleginnen und Kollegen sind gemeinsam unterwegs.

 

Mit dieser Vermischung von Beruflichem und Privatem gehen aber auch Fallstricke einher, die wohl jeder, der einer solchen Feier jemals beigewohnt hat, aus eigener Anschauung kennt – und manchmal wohl auch aus eigener Erfahrung… Legendäre Gesangs- oder Tanzeinlagen, geglückte oder missglückte Flirts und der Klassiker „Mal eben dem Chef die Meinung geigen“ – das alles beschäftigt Belegschaften nicht nur am nächsten Tag, sondern manchmal auch weit darüber hinaus.

 

Nicht ohne Grund gibt es Ratgeber, wie man sich bei der Betriebsfeier benehmen sollte. Insbesondere zur Weihnachtszeit versorgen uns die entsprechenden Beiträge auf den einschlägigen Webseiten mit allerlei Tipps & Tricks, Hinweisen und Finessen.

 

Einig sind sich alle diese Ratgeber zumindest in einem Punkt: Sie sollten unbedingt zur Feier gehen. Alles andere erfordert ein stetiges Austarieren: Seien Sie gesellig, aber nicht überdreht. Seien Sie offen für Gespräche, aber lösen Sie keine Duz-Welle aus. Trinken Sie ruhig ein Glas mit, aber lassen Sie das dritte oder vierte lieber stehen. Betreiben Sie Smalltalk, aber sprechen Sie nicht über Politik, Kunden, Kollegen, Religion, Geld oder gar Gehalt und erst recht nicht über Privates.

 

Kleiden Sie sich nicht zu schick, aber überlegen Sie zweimal, ob Turnschuhe wirklich angemessen sind. Manche Ratgeber gehen noch weiter ins Detail und klären den geneigten Leser über die persönlichen Distanzzonen in Metern auf – führen Sie also nach Möglichkeit ein Lineal oder Maßband mit, wenn die Betriebsfeier ein Get-Together am Stehtisch beinhaltet.

 

Wir halten also fest: Wenn Sie auf der Feier angekommen sind, halten Sie sich möglichst mit allem zurück und beobachten diejenigen, die trotz aller Ratgeberlektüre früher oder später den Weg der Betriebsfeier-Tugend verlassen. Wenn aber auf einer Veranstaltung, die auf den Austausch ausgerichtet ist, alle voreinander in Deckung gehen, stellt sich die Frage nach Sinn und Zweck einer solchen Feier.

Aus der Beraterperspektive ist somit deutlich: Die Rahmenbedingungen erfordern einen Leitfaden, die vorhandenen Unterlagen sind aber keine praxisnahe Handreichung. Wir helfen mit drei kurzen Tipps:

 

  • Lesen Sie bloß nicht alle Ratgeber

Der Erkenntnisgewinn ist meistens gering und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie genau diesen Text schon einmal (vermutlich im vergangenen Jahr) gelesen haben, ist hoch. Ratgeber, die Beispiele enthalten, sind diejenigen mit dem größten Mehrwert (siehe Punkt 2).

Überlegen Sie lieber, an welches Gespräch mit Kollegen Sie bei der Feier anknüpfen könnten.

 

  • Sie müssen nur auf eine einzige Situation vorbereitet sein

Manchmal brauchen Betriebsfeiern ihre Zeit, bis sie in Gang kommen – denn alle Anwesenden haben besagte Ratgeber gelesen und wollen nicht die Ersten sein, die sich auf das rutschige Parkett wagen. Gleichzeitig hoffen alle, dass der gesellige Teil möglichst schnell beginnt. Seien Sie also mutig und brechen Sie das Eis (vielleicht mit der absurdesten Handlungsanweisung, die Sie in einem Betriebsfeier-Ratgeber gelesen haben). Der Dank der Kollegen ist Ihnen gewiss!

 

  • Auf alle anderen Situationen können Sie sich nicht vorbereiten

Eine Karambolage unter Beteiligung der Geschäftsführung auf der Kartbahn, eine Überflutung der Büroküche mit frisch gezapftem Bier, das Aufhalten einer Tram durch Falschparken vor der Location – diese drei Beispiele aus unserem Agenturfundus an Weihnachtsfeiergeschichten werden von keinem Ratgeber abgedeckt. Es sind allerdings auch keine Skandale daraus entstanden, sondern Geschichten, die noch Jahre später erzählt werden und alle Kollegen – beteiligt oder unbeteiligt – zum Lachen bringen. Bleiben Sie also locker!

 

Im Übrigen sind Betriebsfeiern ein Spiegel der Kultur und der Atmosphäre in Unternehmen. Hängt der Haussegen generell schief, kann daran kein Feier-Ratgeber etwas ändern. Wenn die Stimmung am Arbeitsplatz gut ist, wird das ebenso auf der Betriebsfeier zu bemerken sein – selbst, wenn der Bus zum Veranstaltungsort liegen bleibt, der Strom ausfällt und beim Tagesordnungspunkt „Karaoke“ die falschen Texte eingeblendet werden.

 

In diesem Sinne: Frohe Festtage und eine schöne Weihnachtsfeier!


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