
1
Skandaljournalismus: Feind des Investigativen und Tod sachlicher Krisen-PR
Investigativer Journalismus hat Hochkonjunktur. Wirtschaftsmagazine wie Focus oder überregionale Tageszeitungen wie DIE WELT entwickeln eigene Ressorts unter der Rubrik „Investigatives“.
TV-Formate wie Akte 2010 oder Brisant machen uns glauben, investigativer Journalismus bedeute, mit einer versteckten Kamera zu überprüfen, wie viel Salami auf der Bestellpizza ist. Greenpeace veröffentlicht Filmchen auf YouTube mit der Headline „Investigativ“. Ist das nun Etikettenschwindel, eine erweiterte Form des aufklärenden Journalismus oder stehen andere Motive im Vordergrund?
Laut Wikipedia ist Kern des Investigativen die umfassende und sorgfältige Recherche. Meisterstücke des investigativen Journalismus sind die Aufklärung der Hintergründe um den Watergate-Skandal und die Flick-Affäre. Auch die bekanntesten Vertreter hierzulande, Günter Wallraff und Hans Leyendecker, sind für sauber recherchierte Geschichten bekannt.
Guter investigativer Journalismus klärt die Gesellschaft über politische und wirtschaftliche Missstände auf. Der Fall Middelhoff und die ungerechtfertigten Abfindungen der HSE-Banken Manager sind aktuelle Fälle guter investigativer Arbeit. Allerdings gibt der Begriff heute viel Interpretationsspielraum: Investigativ sein dient vielfach nicht nur dem Ziel, aufzudecken und über Missstände zu informieren. Investigativ ist auch ein Markt!
So steht der Aufklärungszweck oft im Schatten des Sensationsjournalismus. Kommerzielle Ziele wie die Auflage oder durch Verlag bestimmen zusammen
mit dem immer härteren Wettbewerbsdruck die journalistische Agenda. Das
Resultat: Schlagzeile und Bild zählen oft mehr als sorgfältige Inhalte. Damit weicht
der sogenannte Qualitätsjournalismus auf. Wir erleben, dass die Schlagzeilen der Süddeutschen mitunter plakativer sind, als bei den Kollegen von der BILD.
Good Guy/Bad Guy: Die Sympathien sind verteilt.
Unternehmen haben es derweil immer schwerer, sich Gehör zu verschaffen. Insbesondere Großunternehmen, stehen unter Generalverdacht. Die Rolleineinteilung in „Good Guy“ und „Bad Guy“ kommt dem Interesse journalistischer Sensationsberichterstattung entgegen.
Informationen, die ein Unternehmen im Krisenfall liefert, werden in der Berichterstattung immer seltener aufgegriffen. Verantwortliche Manager werden diskreditiert, ohne dass mit ihnen gesprochen wird. Denn es steht ja schon fest. Alle Manager benehmen sich unsittlich, sind raffgierig und skrupellos. Die passenden Stichworte lauten Bonizahlungen, Personalabbau oder Tarifverhandlungen. Stigmatisierung, Polarisierung, und Personalisierung versprechen hohe Auflagen.
Was heißt das nun für die PR?
Krisen-PR hat die Aufgabe, diese Entwicklung zu antizipieren. Das heißt nicht, an dem Feindbild „Journalist“ zu arbeiten, im Gegenteil: Eine Krise zu meistern bedeutet, sie gedanklich und strukturell vorzubereiten.
Dazu gehört ein konsequent glaubwürdiger, dauerhafter und ehrlicher Austausch mit Journalisten – insbesondere in den Zeiten, wo keine Krise vorherrscht, damit das Unternehmen in Zeiten der Krise auf seine Glaubwürdigkeit und Authentizität zurückgreifen kann.
Fazit: Die aktuelle Tendenz der Medien zu Skandalisierung und Emotionalisierung diskreditiert den investigativen Journalismus und macht sachliche, seriöse Krisenkommunikation zunehmend unmöglich.
TV-Formate wie Akte 2010 oder Brisant machen uns glauben, investigativer Journalismus bedeute, mit einer versteckten Kamera zu überprüfen, wie viel Salami auf der Bestellpizza ist. Greenpeace veröffentlicht Filmchen auf YouTube mit der Headline „Investigativ“. Ist das nun Etikettenschwindel, eine erweiterte Form des aufklärenden Journalismus oder stehen andere Motive im Vordergrund?
Laut Wikipedia ist Kern des Investigativen die umfassende und sorgfältige Recherche. Meisterstücke des investigativen Journalismus sind die Aufklärung der Hintergründe um den Watergate-Skandal und die Flick-Affäre. Auch die bekanntesten Vertreter hierzulande, Günter Wallraff und Hans Leyendecker, sind für sauber recherchierte Geschichten bekannt.
Guter investigativer Journalismus klärt die Gesellschaft über politische und wirtschaftliche Missstände auf. Der Fall Middelhoff und die ungerechtfertigten Abfindungen der HSE-Banken Manager sind aktuelle Fälle guter investigativer Arbeit. Allerdings gibt der Begriff heute viel Interpretationsspielraum: Investigativ sein dient vielfach nicht nur dem Ziel, aufzudecken und über Missstände zu informieren. Investigativ ist auch ein Markt!
So steht der Aufklärungszweck oft im Schatten des Sensationsjournalismus. Kommerzielle Ziele wie die Auflage oder durch Verlag bestimmen zusammen
mit dem immer härteren Wettbewerbsdruck die journalistische Agenda. Das
Resultat: Schlagzeile und Bild zählen oft mehr als sorgfältige Inhalte. Damit weicht
der sogenannte Qualitätsjournalismus auf. Wir erleben, dass die Schlagzeilen der Süddeutschen mitunter plakativer sind, als bei den Kollegen von der BILD.
Good Guy/Bad Guy: Die Sympathien sind verteilt.
Unternehmen haben es derweil immer schwerer, sich Gehör zu verschaffen. Insbesondere Großunternehmen, stehen unter Generalverdacht. Die Rolleineinteilung in „Good Guy“ und „Bad Guy“ kommt dem Interesse journalistischer Sensationsberichterstattung entgegen.
Informationen, die ein Unternehmen im Krisenfall liefert, werden in der Berichterstattung immer seltener aufgegriffen. Verantwortliche Manager werden diskreditiert, ohne dass mit ihnen gesprochen wird. Denn es steht ja schon fest. Alle Manager benehmen sich unsittlich, sind raffgierig und skrupellos. Die passenden Stichworte lauten Bonizahlungen, Personalabbau oder Tarifverhandlungen. Stigmatisierung, Polarisierung, und Personalisierung versprechen hohe Auflagen.
Was heißt das nun für die PR?
Krisen-PR hat die Aufgabe, diese Entwicklung zu antizipieren. Das heißt nicht, an dem Feindbild „Journalist“ zu arbeiten, im Gegenteil: Eine Krise zu meistern bedeutet, sie gedanklich und strukturell vorzubereiten.
Dazu gehört ein konsequent glaubwürdiger, dauerhafter und ehrlicher Austausch mit Journalisten – insbesondere in den Zeiten, wo keine Krise vorherrscht, damit das Unternehmen in Zeiten der Krise auf seine Glaubwürdigkeit und Authentizität zurückgreifen kann.
Fazit: Die aktuelle Tendenz der Medien zu Skandalisierung und Emotionalisierung diskreditiert den investigativen Journalismus und macht sachliche, seriöse Krisenkommunikation zunehmend unmöglich.

0
Wohin steuert die Neinsager-Republik?
Jetzt haben wir es auch noch schriftlich: Nach einer jüngsten Umfrage des Forschungsinstitutes Allensbach ist der bundesdeutsche Bürger zwar für den zügigen Ausbau der regenerativen Energien.

0
Schöne neue Arbeitswelt? Ein Pro & Kontra zu flexiblen Arbeitsmodellen
Anfang Februar wurde bekannt, dass der US-Konzern IBM in den nächsten Jahren in Deutschland ein neues ...
0
Lärm ist das neue Stuttgart 21

0
Trends 2012 in der Kommunikationsbranche
Der Jahreswechsel ist überfrachtet mit Rückblicken und Ausblicken aller Art – so auch in der Kommunikationsbranche.

0
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
Karl-Theodor zu Guttenberg will zurück. Zurück in die Politik, zurück in die Öffentlichkeit und zurück ins Rampenlicht.
1
Lange Nacht der Industrie – Notizen

1
Social Media - Wie es im Buche steht
0
Lange Nacht der Industrie – ein Erfahrungsbericht
Sicherheit, Arbeitsplätze und Umweltschutz – an diesen drei Themen waren die Besucher des Cargill-Werks in Krefeld besonders interessiert.

1
Die Deutsche Mittelschicht: Frustriert oder zufrieden?
„Die deutsche Mittelschicht: Zufrieden, engagiert und optimistisch“ – mit diesen Worten stellt die Gothaer Versicherung gemeinsam mit Forsa ihre neue Studie vor.
0
Das Verhältnis von PR und Journalismus einmal nüchtern betrachtet

0
Transparenz und Sympathie – wie viel Aussagekraft hat die neue Transparenzstudie?

0
Neue Ideen für Kampagnen und die Mehrfachverwertung
Über die Auftaktveranstaltung zur VKU Dachmarken-
kampagne 2011 haben wir bereits hier im Blog berichtet. ...
kampagne 2011 haben wir bereits hier im Blog berichtet. ...

0
Merkels Energiewende braucht Akzeptanzmanagement

0
Energiewende im Schweinsgalopp

0
Neue Ideen für Kampagnen

5
Bonn 21 – Bürgerprotest aus Wehmut

0
CCS kommt – oder doch nicht?
Die Bundesregierung hat das Gesetz zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CO₂) beschlossen.

0
Was erlauben Fan? – Erleben wir nach dem Wutbürger jetzt den „Wutfan“?

1
Deutschland in Aufruhr

0
Alte Feindbilder pflegen – oder eine Chance geben?

0
Der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg….und die Folgen.

0
Ab in den Tank – das Kommunikationsdebakel um E10

1











