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Müssen Kommunikationsexperten Krisen in Medien kommentieren?
Gestern erhielt ich den Anruf eines Redakteurs des Bayrischen Rundfunks. Er sei auf der Suche nach Expertenstimmen zur Veröffentlichung gefälschter Bilder.
Klar, es ging wieder einmal um BP und das aus Sicht der Medien anzuprangernde Kommunikationsverhalten. Natürlich hätte ich da etwas zu sagen und schon war ich versucht zum Hörer zu greifen und „professionellen Rat“ zu erteilen, wie man es besser macht.
Aber halt: Wollte ich das wirklich? Ist es nicht das, was die Branche gleichermaßen immer wieder in Verruf bringt, nämlich die Fehlbarkeiten der Kolleginnen und Kollegen „aus der Distanz“ besserwisserisch zu kommentieren und zu verurteilen? Aus meiner Sicht ist das der falsche Weg in Sachen Eigenpositionierung und -profilierung.
Es drängt sich immer wieder der Eindruck auf, dass sich in Krisenzeiten Schönwetter-Experten zu Worte melden, die den Begriff Krise wohl eher aus dem Handbuch kennen. Wer in der Praxis jedoch erfahren hat, wie schwierig es mitunter ist, in Krisenzeiten zeitnah an die richtige Information zu kommen, Freigaben zu erhalten, Verhalten abzustimmen, sich mit den Juristen, Technikern und anderen Professionen auf eine Kurs festzulegen und Planung in den Prozess zu bekommen, der weiß, dass Theorie und Praxis manchmal weit auseinander liegen.
Wir sollten daher vorsichtig, ja sogar zurückhaltend sein, wenn es darum geht Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache zu machen. So mancher Schuss geht im Zweifel nach hinten los. Und das schadet unserem Berufsstand und damit jedem der hier in Lohn und Brot ist.
Krisen kritisch zu kommentieren; okay. Aber immer mit richtigem Augenmaß und fundierter Kenntnis aus und für die Praxis. Manchmal hilft es aber auch zu schweigen. Auch das kann Professionalität ausmachen.
Übrigens: Der BR wartet immer noch auf meine Expertenmeinung. Wer sich berufen fühlt…
Klar, es ging wieder einmal um BP und das aus Sicht der Medien anzuprangernde Kommunikationsverhalten. Natürlich hätte ich da etwas zu sagen und schon war ich versucht zum Hörer zu greifen und „professionellen Rat“ zu erteilen, wie man es besser macht.
Aber halt: Wollte ich das wirklich? Ist es nicht das, was die Branche gleichermaßen immer wieder in Verruf bringt, nämlich die Fehlbarkeiten der Kolleginnen und Kollegen „aus der Distanz“ besserwisserisch zu kommentieren und zu verurteilen? Aus meiner Sicht ist das der falsche Weg in Sachen Eigenpositionierung und -profilierung.
Es drängt sich immer wieder der Eindruck auf, dass sich in Krisenzeiten Schönwetter-Experten zu Worte melden, die den Begriff Krise wohl eher aus dem Handbuch kennen. Wer in der Praxis jedoch erfahren hat, wie schwierig es mitunter ist, in Krisenzeiten zeitnah an die richtige Information zu kommen, Freigaben zu erhalten, Verhalten abzustimmen, sich mit den Juristen, Technikern und anderen Professionen auf eine Kurs festzulegen und Planung in den Prozess zu bekommen, der weiß, dass Theorie und Praxis manchmal weit auseinander liegen.
Wir sollten daher vorsichtig, ja sogar zurückhaltend sein, wenn es darum geht Öffentlichkeitsarbeit in eigener Sache zu machen. So mancher Schuss geht im Zweifel nach hinten los. Und das schadet unserem Berufsstand und damit jedem der hier in Lohn und Brot ist.
Krisen kritisch zu kommentieren; okay. Aber immer mit richtigem Augenmaß und fundierter Kenntnis aus und für die Praxis. Manchmal hilft es aber auch zu schweigen. Auch das kann Professionalität ausmachen.
Übrigens: Der BR wartet immer noch auf meine Expertenmeinung. Wer sich berufen fühlt…
1 Kommentare
Moritz Micalef
28. Juli 2010
28. Juli 2010
Lieber Herr vom Hoff,
das Phänomen, das sie treffend beschrieben, könnte man auch mit dem Begriff des "Negative Campaigning" beschrieben. Denn genau wie in Wahlkämpfen soll hier die Betonung der Schwächen der anderen dazu dienen, die eigenen Angebote und Positionen in ein positives Lich zu rücken.
Von erfahrenen Wahlkämpfern lässt sich allerdings auch lernen, dass diese Form der Eigenwerbung fast zwangsläufig nach hinten los geht. Ganz einfach deshalb, weil die damit gebotene Angriffsfläche den Mitbewerbern ideale Möglichkeiten zum Aufdecken der eigenen Schwächen bietet.
Herzliche Grüße
Moritz Micalef
das Phänomen, das sie treffend beschrieben, könnte man auch mit dem Begriff des "Negative Campaigning" beschrieben. Denn genau wie in Wahlkämpfen soll hier die Betonung der Schwächen der anderen dazu dienen, die eigenen Angebote und Positionen in ein positives Lich zu rücken.
Von erfahrenen Wahlkämpfern lässt sich allerdings auch lernen, dass diese Form der Eigenwerbung fast zwangsläufig nach hinten los geht. Ganz einfach deshalb, weil die damit gebotene Angriffsfläche den Mitbewerbern ideale Möglichkeiten zum Aufdecken der eigenen Schwächen bietet.
Herzliche Grüße
Moritz Micalef

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