
2
Krise war gestern – Zwei Prozent Wachstum, Jubelmeldungen allerorten. Gut auch für die Kommunikation?
Überall knallen die Sektkorken. BDI, Chemieverband VCI, Wirtschaftsministerium, Forschungsinstitute vermelden unisono: Die Deutschland AG in Höchstform.
Gewerkschaften zeigen sich selbstbewusst und fordern nach mageren Jahren wieder mehr Lohn. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn ist Deutschland gut und vor allem schnell durch die Krise gekommen.
'Geht’s jetzt auch der Kommunikationsbranche gut?
In den beiden Dürrejahren 2008 und 2009 wurden die Kommunikationsbudgets vielerorts eingefroren, zurückgefahren oder komplett ausgesetzt. Die Finanzmittel wurden bis zu 70 Prozent reduziert, so die Klage der Kommunikationschefs in Unternehmen. Der Sparstift war Programm. Dafür gab’s dann auch phantasievollen Namen wie: „Perform to win“, „Improving Performance“ oder „Creating Values“.
Glaubt man dem DPRG Honorar- und Trendbarometer 2010 und der AIKA-Trendumfrage, so ist die Branche nun wieder im Aufwind. Auftragszahlen und Umsätze steigen.
Kommunikation darf sich natürlich nicht dem Sparzwang verschließen, der alle Unternehmensbereiche und -einheiten betrifft. Fakt ist aber auch, dass es die Kommunikationskollegen in den Unternehmen ungleich schwerer haben, ein Wieder-hochfahren der Budgets zu verargumentieren als ihre Pendants in F&E, Produktion und Vertrieb. Hier gibt es nach wie vor Rechtfertigungsdefizite und Akzeptanzprobleme gegenüber dem Controlling.
Kommunikationsexperten graut vor der Frage „Wie ist die Verzinsung der eingesetzten Kommunikationsaufwendungen?“ Na bitte schön, dann mal viel Spaß bei den Erklärversuchen. Trotz Hilfsmittel wie KPI (Key-Performance-Index), Scoringmodellen sowie quantitativer und qualitativer Messverfahren steckt der Effizienznachweis von Kommunikation nach wie vor in den Kinderschuhen.
Unternehmen brauchen eine neue wertschätzende Interpretation von Kommunikation: Nach wie vor wird die nämlich mehrheitlich als Kostenfaktor und nicht als Investition in eine gute Zukunft verstanden. Glaubwürdigkeit und Akzeptanz von Organisationen sind aber notwendige Basis für jedes unternehmerische Handeln. Eine solche Basis aufzubauen und zu erhalten, braucht aber eben auch Ressourcen, Zeit und Anerkennung.
Gewerkschaften zeigen sich selbstbewusst und fordern nach mageren Jahren wieder mehr Lohn. Im Vergleich zu den europäischen Nachbarn ist Deutschland gut und vor allem schnell durch die Krise gekommen.
'Geht’s jetzt auch der Kommunikationsbranche gut?
In den beiden Dürrejahren 2008 und 2009 wurden die Kommunikationsbudgets vielerorts eingefroren, zurückgefahren oder komplett ausgesetzt. Die Finanzmittel wurden bis zu 70 Prozent reduziert, so die Klage der Kommunikationschefs in Unternehmen. Der Sparstift war Programm. Dafür gab’s dann auch phantasievollen Namen wie: „Perform to win“, „Improving Performance“ oder „Creating Values“.
Glaubt man dem DPRG Honorar- und Trendbarometer 2010 und der AIKA-Trendumfrage, so ist die Branche nun wieder im Aufwind. Auftragszahlen und Umsätze steigen.
Kommunikation darf sich natürlich nicht dem Sparzwang verschließen, der alle Unternehmensbereiche und -einheiten betrifft. Fakt ist aber auch, dass es die Kommunikationskollegen in den Unternehmen ungleich schwerer haben, ein Wieder-hochfahren der Budgets zu verargumentieren als ihre Pendants in F&E, Produktion und Vertrieb. Hier gibt es nach wie vor Rechtfertigungsdefizite und Akzeptanzprobleme gegenüber dem Controlling.
Kommunikationsexperten graut vor der Frage „Wie ist die Verzinsung der eingesetzten Kommunikationsaufwendungen?“ Na bitte schön, dann mal viel Spaß bei den Erklärversuchen. Trotz Hilfsmittel wie KPI (Key-Performance-Index), Scoringmodellen sowie quantitativer und qualitativer Messverfahren steckt der Effizienznachweis von Kommunikation nach wie vor in den Kinderschuhen.
Unternehmen brauchen eine neue wertschätzende Interpretation von Kommunikation: Nach wie vor wird die nämlich mehrheitlich als Kostenfaktor und nicht als Investition in eine gute Zukunft verstanden. Glaubwürdigkeit und Akzeptanz von Organisationen sind aber notwendige Basis für jedes unternehmerische Handeln. Eine solche Basis aufzubauen und zu erhalten, braucht aber eben auch Ressourcen, Zeit und Anerkennung.
2 Kommentare
Moritz Micalef
6. August 2010
6. August 2010
Lieber Herr vom Hoff,
das Controlling als der natürliche Feind des PR-Beraters? Leider ist das, wie von Ihnen beschrieben, gerade in mittelständischen und nicht international agierenden Unternehmen nach wie vor die vorherrschende Realität. Der ROI von kontinuierlicher Öffentlichkeitsarbeit ist eben nach wie vor nur schwer Quantitativ messbar. Das gilt insbesondere für den Bereich Public Affairs.
Das kommunikative Management des Stakeholderumfelds liefert auf den ersten Blick ein recht diffusen Return on Investment. Tatsächlich ist es meiner Erfahrung nach sogar so, dass für Unternehmen, die in keiner akuten Krise stecken oder sogar noch nie eine erlebt haben, die Erfolge von guter Public Affairs Arbeit erst dann nachvollziehbar und transparent werden, wenn man mögliche Worst-Case Szenarien vor den Augen der Verantwortlichen ablaufen lässt: die Politik verändert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer das Unternehmen agiert und verweigert den direkten Dialog über mögliche Modifizierungen ihres Vorhabens; die lokalen Politiker verweigern die Unterstützung bei wichtigen Bauvorhaben und behindern so das notwendigeWachstum; und schließlich stellen sich Banken und Investoren bei der entscheidenden Finanzierungsrunde zur Produktpalettenwerweiterung quer.
Erst vor der drohenden Kulisse eines solchen Horror Szenarios wird der Wert von Public Affairs Kommunikation für die meisten Entscheider greifbar. Es ist ganz ähnlich wie mit dem Bass in den meisten Stücken der Beatles. Kaum einer nimmt die unfassbar treibenden und ausgeklügelten Bassläufe Paul McCartneys bewusst war. Dreht man aber denn Bass mittels eines Equalizers raus, wird jedem Laien schlagartig bewusst, wie elementar wichtig der Bass für die Musik der Beatles ist.
Es ist also selten sinnvoll zu erklären, welchen Mehrwert Public Affairs für ein Unternehmen hat und meist gewinnbringender zu skizzieren, welche Konsequenzen es haben kann, keine nachhaltige Strategie in diesem Bereich zu verfolgen.
Herzliche Grüße
Moritz Micalef
das Controlling als der natürliche Feind des PR-Beraters? Leider ist das, wie von Ihnen beschrieben, gerade in mittelständischen und nicht international agierenden Unternehmen nach wie vor die vorherrschende Realität. Der ROI von kontinuierlicher Öffentlichkeitsarbeit ist eben nach wie vor nur schwer Quantitativ messbar. Das gilt insbesondere für den Bereich Public Affairs.
Das kommunikative Management des Stakeholderumfelds liefert auf den ersten Blick ein recht diffusen Return on Investment. Tatsächlich ist es meiner Erfahrung nach sogar so, dass für Unternehmen, die in keiner akuten Krise stecken oder sogar noch nie eine erlebt haben, die Erfolge von guter Public Affairs Arbeit erst dann nachvollziehbar und transparent werden, wenn man mögliche Worst-Case Szenarien vor den Augen der Verantwortlichen ablaufen lässt: die Politik verändert die gesetzlichen Rahmenbedingungen, innerhalb derer das Unternehmen agiert und verweigert den direkten Dialog über mögliche Modifizierungen ihres Vorhabens; die lokalen Politiker verweigern die Unterstützung bei wichtigen Bauvorhaben und behindern so das notwendigeWachstum; und schließlich stellen sich Banken und Investoren bei der entscheidenden Finanzierungsrunde zur Produktpalettenwerweiterung quer.
Erst vor der drohenden Kulisse eines solchen Horror Szenarios wird der Wert von Public Affairs Kommunikation für die meisten Entscheider greifbar. Es ist ganz ähnlich wie mit dem Bass in den meisten Stücken der Beatles. Kaum einer nimmt die unfassbar treibenden und ausgeklügelten Bassläufe Paul McCartneys bewusst war. Dreht man aber denn Bass mittels eines Equalizers raus, wird jedem Laien schlagartig bewusst, wie elementar wichtig der Bass für die Musik der Beatles ist.
Es ist also selten sinnvoll zu erklären, welchen Mehrwert Public Affairs für ein Unternehmen hat und meist gewinnbringender zu skizzieren, welche Konsequenzen es haben kann, keine nachhaltige Strategie in diesem Bereich zu verfolgen.
Herzliche Grüße
Moritz Micalef
Thomas
6. August 2010
6. August 2010
Wenn Kommunikation einen konkreten Zweck hat (z.B. Zustimmung für ein Industrievorhaben bei Politik/Bevölkerung zu erreichen) kann man den Erfolg (Wird das Vorhaben genehmigt ? Gibt es wenig/keine Bürgerproteste?) messen.
Wenn Kommunikatione keine solchen konkreten Ziele hat, liegt sie gewissermassen auf der "Maslowschen Bedürfnispyramiede für Unternehmen" auf weit höheren Schichten als Bereiche wie Produktion und Vertrieb - und ist damit üblicherweise von Sparmaßnahmen stärker betroffen als jene.
Wenn Kommunikatione keine solchen konkreten Ziele hat, liegt sie gewissermassen auf der "Maslowschen Bedürfnispyramiede für Unternehmen" auf weit höheren Schichten als Bereiche wie Produktion und Vertrieb - und ist damit üblicherweise von Sparmaßnahmen stärker betroffen als jene.

0
Trends 2012 in der Kommunikationsbranche
Der Jahreswechsel ist überfrachtet mit Rückblicken und Ausblicken aller Art – so auch in der Kommunikationsbranche.

0
Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht
Karl-Theodor zu Guttenberg will zurück. Zurück in die Politik, zurück in die Öffentlichkeit und zurück ins Rampenlicht.
1
Lange Nacht der Industrie – Notizen

1
Social Media - Wie es im Buche steht
0
Lange Nacht der Industrie – ein Erfahrungsbericht
Sicherheit, Arbeitsplätze und Umweltschutz – an diesen drei Themen waren die Besucher des Cargill-Werks in Krefeld besonders interessiert.

1
Die Deutsche Mittelschicht: Frustriert oder zufrieden?
„Die deutsche Mittelschicht: Zufrieden, engagiert und optimistisch“ – mit diesen Worten stellt die Gothaer Versicherung gemeinsam mit Forsa ihre neue Studie vor.
0
Das Verhältnis von PR und Journalismus einmal nüchtern betrachtet

0
Transparenz und Sympathie – wie viel Aussagekraft hat die neue Transparenzstudie?

0
Neue Ideen für Kampagnen und die Mehrfachverwertung
Über die Auftaktveranstaltung zur VKU Dachmarken-
kampagne 2011 haben wir bereits hier im Blog berichtet. ...
kampagne 2011 haben wir bereits hier im Blog berichtet. ...

0
Merkels Energiewende braucht Akzeptanzmanagement

0
Energiewende im Schweinsgalopp

0
Neue Ideen für Kampagnen

5
Bonn 21 – Bürgerprotest aus Wehmut

0
CCS kommt – oder doch nicht?
Die Bundesregierung hat das Gesetz zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CO₂) beschlossen.

0
Was erlauben Fan? – Erleben wir nach dem Wutbürger jetzt den „Wutfan“?

1
Deutschland in Aufruhr

0
Alte Feindbilder pflegen – oder eine Chance geben?

0
Der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg….und die Folgen.

0
Ab in den Tank – das Kommunikationsdebakel um E10

1
100. Weltfrauentag und die Frage nach der Frauenquote

1
Minister Guttenberg – vom Geschmähten zum gefeierten Held der Nation?

0
Issues Management – Mehr als eine akademische Diskussion
1

Statements gegen Castingwahn: Die Zeit der Anti-Models

2











