22. November 2017

Ein Stück vom Kuchen für die Interne

 

Event am Standort, große Employer-Branding-Kampagne, Vorstandswechsel, Krisenereignis – Die Kommunikationsabteilung rotiert. Jetzt heißt es, den Dialog mit relevanten Stakeholdern zu ebnen, in reichweitenstarken Medien sichtbar zu werden, die Kernbotschaften des Unternehmens nach Außen zu tragen. Es gilt, schnell zu informieren, transparent und authentisch und zwar auf allen Kanälen, aufbereitet für unterschiedlichste Zielgruppen.

 

Doch gilt das auch für Mitarbeiter? Ja bitte! Wer, wenn nicht das eigene Team interessiert sich für Entwicklungen und Neuigkeiten aus dem Unternehmen? Es dürfte kein Geheimnis sein: Fühle ich mich angebunden und gut informiert, identifiziere ich mich viel eher mit meinem Arbeitgeber.

 

Wo steht jetzt eigentlich die interne Kommunikation?

 

Sind Ihre Mitarbeiter motiviert, ziehen sie an einem Strang. Sie sind loyal, setzen sich ein und stärken eine positive Atmosphäre. Davon kann das Unternehmen nur profitieren. Ein Schritt auf dem eigentlich ganz einfachen Weg dahin: nach innen gerichtete Information. Bestenfalls der Öffentlichkeit vorgeschaltet. In der Unternehmenskommunikation gilt für die Veröffentlichung von Nachrichten intern vor extern. Ein Mitarbeiter, der nebenbei aus einem externen Medium erfährt wer sein neuer Vorstand ist, wird sich fragen, was daran so schwer war eine kurze Meldung an die Kollegen rauszugeben. Das ist doch im Intranet schnell gemacht, oder? Nicht bei langen Abstimmungsprozessen und Sperrfristen. Die interne Meldung geht schon mal hinter der externen verloren. Und dann heißt es: „Da war doch noch was …“ – die Mitarbeiter. Eine geregelte Informationskultur beugt dem vor und zeigt Wertschätzung.

 

Das Beispiel transportiert einen weiteren Grundsatz, der immer mehr ins Bewusstsein von Kommunikatoren rückt: intern ist gleich extern. In Zeiten von Mehrfachverwertung und Newsroom werden Inhalte aus beiden Perspektiven gedacht. Ein Thema ist gefunden? Dann ist es nur effektiv, es für beide Zielgruppen zu verwenden. Natürlich für beide passend und attraktiv aufgesetzt.

 

Dabei geht es übrigens auch, aber nicht nur um wirtschaftliche Belange. Eine Bindung zur eigenen Firma bauen die Mitarbeiter vor allem durch Geschichten und Themen auf, die sie direkt betreffen und zu denen sie einen Zugang finden. Der Begriff Relevanz scheint mittlerweile beinahe floskelhaft. Absolut notwendig ist es jedoch, ihn nicht in diese Schublade rutschen zu lassen, sondern lieber zu beherzigen, was er wirklich meint.

 

Commitment für eine gute Kultur

 

Interne Kommunikation erreicht Relevanz, wenn sie nah am Geschehen ist. Sie muss Perspektiven der Mitarbeiter einnehmen und Themen so wählen und gestalten, dass sie für diese Belang haben. Sie muss offen für Kritik sein. Doch das geht nur, wenn sie Gelegenheit für Feedback gibt. Sie muss Erfahrungen und Befindlichkeiten ernst nehmen, wenn sie motivieren möchte. Und im Idealfall trägt sie auch die Botschaften des Unternehmens nach innen.

 

Das Commitment für eine solche Entwicklung beginnt bei der Führungsebene. Fühlt sie sich verpflichtet und ist gewillt, in die interne Kommunikation zu investieren, gibt es zahlreiche Ansätze für eine transparente, authentische und informative Unternehmenskultur. Die Führungskräfte können dafür als gutes Vorbild vorangehen und den direkten Dialog mit ihren Mitarbeitern suchen.

 

Vielfalt – zielgerichtet verpackt

 

Nachrichten, Ankündigungen, begleitende Informationen zu konkreten Entwicklungen, Wissen aus anderen Abteilungen, Geschichten aus den eigenen Reihen – Es gibt immer etwas zu sagen. Geschichten lassen sich anhand weniger Fragen finden: Was ist die Botschaft? Wo soll sie wen erreichen? Wie ist sie am besten verpackt? Welche internen Kanäle kann ich wählen? Das …

 

  • … (Social-)Intranet,
  • die Mitarbeiter-App,
  • eine E-Mail oder einen Mitarbeiterbrief,
  • die Mitarbeiterzeitung,
  • Dialog-Veranstaltungen am Standort,
  • den Newsletter,
  • ein Gespräch mit den Vorgesetzten oder
  • das Schwarzes Brett?

 

Mitarbeiter schätzen nützliche genauso wie unterhaltsame Inhalte. Die Auflistung zeigt die Flut an Informationen und Medien, aus der sich der Empfänger die für ihn interessanten Themen greifen kann. Die interne Kommunikation ist auch dafür verantwortlich, dass ihm das leichter fällt. Hilfreich ist ein gelungener Medienmix. Ein Portrait in Video- statt in Textform. Eine Infostrecke mit aussagekräftigen Bildern. Themengerechte Aufbereitung und visuelle Gestaltung reichen sich die Hand. Manches Thema bietet sich auch an, kampagnenartig auf mehreren Kanälen verwertet zu werden. Wichtig ist dann, dass die Inhalte konsistent bleiben und entsprechend des jeweiligen Mediums aufbereitet werden.

 

Ein solcher Beitrag lädt dann nicht nur ein ihn sich anzusehen, sondern bewegt den Mitarbeiter auch dazu, ihn nicht bloß zu überfliegen. Die Information kommt an und er fühlt sich unterhalten – besser geht’s nicht. Und was das Thema Relevanz angeht: Die interne Kommunikation muss wegdenken von automatisierten Nachrichten und vielversprechendere empfämgerbezogene Inhalte liefern. Mit Social Intranet und mobilen Nachrichten sind gefilterte Informationen längst Realität – und vor allem leicht umsetzbar!

 

Die Möglichkeiten sind breit gefächert: von „quick and dirty“ bis hin zum Longread und vom einfachen Erklärfilm bis hin zur umfangreichen Web-Reportage. Das Repertoire ist groß und es darf sich gerne daraus bedient werden. Was extern gern gesehen wird, funktioniert mit entsprechender Perspektive intern genauso gut.

 

Und bitte auf Augenhöhe

 

Was bei aller Vielfalt und Gestaltung nach wie vor eine große Rolle spielt: eine klare Sprache, die ankommt und nicht über die Köpfe der Mitarbeiter hinwegfliegt. Aufwendige mediale Umsetzung garantiert noch keinen Zugang, hochtrabende Formulierungen noch keine Beachtung – und im Übrigen erst recht kein Verständnis. Das gilt es jedoch zu liefern. Die interne Kommunikation hat das Ziel, Inhalte genauso wie Emotionen verständlich und greifbar zu vermitteln. Die Sprache entscheidet maßgeblich mit, ob ein Thema aufgenommen oder am Ende doch ignoriert wird, weil es nicht zum Mitarbeiter durchgedrungen ist.

 

Interne Kommunikation auf Augenhöhe stärkt also Kultur und Identifikation mit dem Unternehmen und kann damit auch für ein positives Bild nach außen sorgen. Bei der nächsten Budgetplanung empfiehlt es sich daher, dieser Disziplin ein Stück vom Kuchen abzugeben. Denn sie hat die Aufgabe, Partner und Vermittler für die Mitarbeiter zu sein – die Zielgruppe ernst zu nehmen, die dem Unternehmen doch eigentlich am nächsten ist.


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